Auf nach China Samstag, 12.07.2008, 10:08 Uhr
Heute Abend fliegen Eckhard, Bastian und ich nach Shanghai, China um am RoboCup 2008 in Suzhou teilzunehmen. Wir werden 10 Tage bleiben und am 22.07. wieder in Frankfurt landen. Es wird vermutlich eine ziemlich turbulente Woche werden, daher weiß ich nicht ob ich Gelegenheit finden werde hier im Blog zu berichten.

Unser Team hat inzwischen auch einen Blog:
http://www.uni-koblenz.de/ag-ki/Mixed-Reality/

Hoffentlich werden wir dort auch etwas berichten können...
RoboCup, Eco-Be, Uni, beRace
Deutscher Meister Freitag, 25.04.2008, 16:13 Uhr
Koblenz 3 : 0 Bahia ! ! !

Deutscher Meister, oleeeeeeee!
German Open, RoboCup, Eco-Be, Uni, Mixed-Reality
German Open Freitag, 25.04.2008, 14:43 Uhr
Wir sind seit einer Woche auf den RoboCup German Open 2008 in Hannover.

In unserer Mixed-Reality Liga treten dieses Jahr erstmals drei Teams bei den German Open an:
Die "Wolves" der FH Wolfenbüttel, welche die Liga auch ausrichten, "Team Bahia" der Universität Bahia in Brasilien und unser Team aus Koblenz.

Mit fünf Mann wohnen wir in einer Blockhütte am Steinhuder Meer und fahren täglich zur Hannover Messe. In Halle 25 finden die German Open statt.

Nach einer Gruppenphase mit Spielen jeder gegen jeden stehen wir nun im Finale, welches um 15:00 zwischen uns und Bahia ausgetragen wird.

Auf gehts Koblenz schieß ein Toooooooooor, schieß ein Toooooooo-ho-hoooor!

Ansonsten habe ich Mittwoch noch einen Vortrag über die Mixed-Reality Liga im Rahmen des Forums Mobile Systeme gehalten, die Zeitschrift c't hat darüber berichtet.

Sonntag geht es wieder zurück nach Koblenz, morgen sollen es 20 Grad werden, vielleicht finden wir dann endlich die Zeit uns das Steinhuder Meer mal aus der Nähe anzuschauen...
German Open, RoboCup, Eco-Be, Uni, Mixed-Reality
Iran Open, Teil 2 Samstag, 05.04.2008, 11:54 Uhr
So, der Wettbewerb ist vorbei! In einem spannende Finale haben wir 5:3 in der Verlängerung gegen UI:AI verloren, und somit den zweiten Platz gemacht. Nach der zweiten Halbzeit stand es noch 3:3 unentschieden.

Eckhard und Bastian haben gestern beim Eco-Be Joystick Team Turnier gewonnen, bei dem verschieden Teams aus verschiedenen Ligen im Eco-Be Fußball gegeneinander angetreten sind, wobei die Eco-Be mit Joysticks ferngesteuert wurden. War allerdings nur ein Spaß-Turnier um die Liga bekannter zu machen...

Donnerstag haben wir ein bisschen früher Schluss gemacht und sind um 18 Uhr Richtung Innenstadt zum Basaar aufgebrochen.
Abends waren wir bei Mr. Hosseini, dem Leiter des International Office, zu Hause eingeladen. Seine Frau hat lecker gekocht und sein vierjähriger Sohn hat sich unter der Couch vor den Fremden versteckt.

Um 22 Uhr gab es dann noch in der Uni ein Konzert mit klassischer iranischer Musik.

In der ersten Präsentation gestern habe ich eine Einführung in die Mixed Reality Liga gegeben, der zweite Vortrag ging über die Software Module die wir in Koblenz im letzten halben Jahr entwickelt haben.

Gestern Abend sind wir zur Abwechslung Pizza essen gegangen und in einem iranischen Biergarten. Bier gabs da zwar keins, dafür aber Wasserpfeifen.

Heute Abend ist noch die Closing Ceremony bei der die Preise vergeben werden.

Morgen schauen wir uns aller Wahrscheinlichkeit nach Teheran an und Montag früh geht der Flieger nach Frankfurt.

Anmerkung am Rande:
Die Toiletten hier sind gewöhnungsbedürftig. Löcher im Boden mit einem Wasserschlauch zum abspülen. Wenn man Pech hat gibts nicht mal Klopapier. Aber hin und wieder findet man auch mal ein WC in "europäischer" Bauart.
Iran Open, RoboCup, Eco-Be, Uni
Iran Open, Teil 1 Mittwoch, 02.04.2008, 20:29 Uhr
Wir sind Montag Abend gesund und munter in Teheran gelandet. Der Flug in einem etwas betagten Airbus A300 verlief unspektakulär.
Das Visum vor Ort zu bekommen war kein Problem, man hatte unsere Ankunft wohl angemeldet.

Am Flughafen wurden wir von einem vierköpfigen Komittee empfangen. Alles sehr förmlich und übertrieben höflich. Mit Chauffeuren ging es dann auf die Fahrt nach Qazvin. Ich dachte immer, die Iran Open würden in Teheran selbst statt finden, dies ist jedoch nicht der Fall.
Qazvin liegt ca 150 Autobahnkilometer nordwestlich von Teheran.

Die Fahrt dorthin war interessant. Eine funktionierende Straßenverkehrsordnung scheint es hier nicht zu geben. Autobahnspuren werden ignoriert, Blinker sind überflüssig. Beim Überholen macht man umfangreichen Gebrauch der Lichthupe. Auf- oder Abfahrten an den Autobahnen gibt es nicht. Der iranische TÜV scheint auch nicht sonderlich streng zu sein, wenn man sich so manche Rostlaube auf der Straße anschaut.

Ich habe hier in zwei Tagen noch keinen einzigen Fahrradfahrer gesehen. Habe mir sagen lassen die Leute würden darüber lachen wenn sich jemand auf einem Fahrrad abstrampelt anstatt das Auto zu nehmen. Der Liter Benzin kostet übrigens ca. 20 Eurocent.

Das Leben hier gestaltet sich für uns recht umständlich. Man ist sehr unselbstständig, oder wird so gehalten. Es sind immer Übersetzer um einen herum, es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel und die Distanzen z.B. vom Hotel zur Uni sind recht groß, so dass man ständig einen Chauffeur braucht. Der Transportwunsch muss dann natürlich erst mal dem Übersetzer mitgeteilt werden, welcher dann die Fahrt organisiert. Wenn man nur mal eine Schere braucht, dauert es eine Stunde bis sie jemand besorgt hat. Die Leute um uns herum sind alle sehr bemüht und es herrscht ein Kompetenzgerangel. Wir hatten heute sieben verschiedene Übersetzer um uns herum. Der Assistent des Organisationschefs, der Pressebeauftragte, ein Student aus unserer Liga, ein offizieller männlicher Übersetzer, eine offizielle weibliche Übersetzerin etc. Insgesamt nehmen 250 Teams an den Iran Open teil, davon kommen aber nur sechs aus dem Ausland. Und so fühlen sich wohl einige Leute berufen uns zu betreuen.

Wie eben erwähnt sind wir in einem Hotel in der Innenstadt untergebracht.

Dienstag war "Nature Day", der letzte Feiertag der Neujahrsferien (Neujahr war hier vor 2 Wochen). An diesem Tag fahren die Familien traditionell raus in die Natur. So sind auch wir mit unseren Betreuern an einen hübschen Ort am Rande der Stadt gefahren.

Heute war unser erster Tag an dem wir in die Uni konnten. Von morgens 10:00 an haben wir unser Mixed Reality Setup zum Laufen gebracht. Bis auf den Bildschirm haben wir alle Hardware selbst mitgebracht.

Zum Essen ist zu sagen dass es nach 2 Tagen schon eintönig wird, scheinbar besteht jedes Mahl aus Reis mit Kebap, Gulasch oder Schaschlik.

Morgen ist nochmal Zeit um unser künstliche Intelligenz zu testen. Freitag werde ich eine Präsentation über unsere Arbeit in Koblenz geben. Samstag sind die Finale und die Abschlusszeremonie. Sonntag haben wir Zeit um uns Teheran anzuschauen und Montag früh geht es wieder zurück nach Deutschland.

Fotos habe ich einige auf meiner Kamera, aber grade nicht zur Hand. Ggf. werde ich in den nächsten Tagen welche nachreichen.
RoboCup, Iran, Uni
Iran Open 2008 Freitag, 29.02.2008, 14:10 Uhr
In einem Monat, vom 31.03. bis 07.04. wird es mich in den Iran, genauer gesagt in die Hauptstadt Teheran, verschlagen.
In dem Zeitraum finden dort die RoboCup Iran Open 2008 statt:
http://www.iranopen2008.ir

Mit mir kommen vier Mitglieder des Eco-Be! Teams aus Koblenz, dass ich vor einem halben Jahr hier gegründet habe.

Wir treten mit unseren Mini-Robotern in der Mixed-Reality Liga an.

Fliegen werden wir mit Iran Air. Im Internetangebot der Frankfurter Allgemeinen habe ich zu dieser Fluggesellschaft einen lesenswerten Artikel gefunden:
FAZ Artikel über Iran Air.

Das kann ja spanennd werden!

Wenn ich dort Internetzugang habe werde ich hier über den Aufenthalt berichten...
RoboCup, Eco-Be, Iran
Fotos vom RoboCup Samstag, 14.07.2007, 20:37 Uhr
Hier gibt es eine Galerie mit Fotos von der Physical Visualization League beim RoboCup 2007.

Die Bildunterschriften sind meist sehr aufschlussreich.

Also, nix wie hin...
RoboCup
Weltmeister Montag, 09.07.2007, 21:05 Uhr
So, die Turniere des diesjährigen RoboCup sind vorbei, und wir sind Weltmeister:





Weltmeister sind wir, d.h. das "Team Helena" der Osaka University (Helena ist der Name von Guerras Frau), natürlich nur in unserer Liga, der "Physical Visualization", deren sperriger und missführender Name hoffentlich bald durch "Mixed Reality League" ersetzt wird.

Das obige Gruppenfoto entstand bei dem Abschluss-Dinner in einem japanischen Restaurant, zu dem Prof. Asada gestern seine drei beim RoboCup angetretenen Teams eingeladen hatte. Die beiden anderen Teams sind in der Mid-Size und Humanoid League angetreten, haben es jedoch leider nicht unter die ersten Plätze in ihren Ligen geschafft.

Dies war im übrigen auch der letzte RoboCup den Prof. Asada als Präsident geleitet hat. Ab nächstem Jahr wird ein Professor der Carnegie Mellon University (Name vergessen) das Ruder übernehmen.

Die Universität Osaka kann mit den diesjährigen Ergebnissen sehr zufrieden sein, denn das "Team Osaka" von Prof. Ishiguro konnte einen 1. Platz bei den Humanoiden und die beiden Sonder-Preise für außergewöhnliche technische Fortschritte einheimsen.

Insgesamt war dieser RoboCup eine schönes Erlebnis. Mangels Erfahrung kann ich es nicht mit vergangenen RoboCups vergleichen, der Reporter des Heise Verlags spart in seinem Abschlussbericht jedoch nicht mit Kritik.

Heute und morgen findet noch das RoboCup Symposium statt. Ich hoffe, dass ich vor der Abreise am Mittwoch wenigstens ein mal dazu komme, mir die die Stadt Atlanta anzuschauen. Außer dem Flughafen, der Straßenbahn zur Georgia Tech Universität und des Campus habe ich nämlich bisher noch nichts anderes zu Gesicht bekommen.
RoboCup
In der Presse Donnerstag, 05.07.2007, 14:20 Uhr
Hier kommt der Heise-Bericht über unsere Liga.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/92230

Lustig: Auf einem der Fotos bin ich zu sehen - als Spiegelung in einem Bildschrim:
http://www.heise.de/bilder/92230/3/1 (blaues T-Shirt)

Das Tipp-Kick Zitat in dem Artikel stammt von mir.

Soweit,
Mattes
Robocup
RoboCup 2007 - 2 Montag, 02.07.2007, 14:39 Uhr
Gestern hatten wir u.a. Besuch vom Reporter des Heise Verlags.
Der gute Mann macht das viel besser als ich, daher verweise ich hier auf seinen neuesten Beitrag:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/92029
RoboCup
RoboCup 2007 Sonntag, 01.07.2007, 18:30 Uhr
Ich bin gut in Atlanta angekommen.

Es ist ziemlich schwül und heiß. Der Campus der Georgia Tech Universität ist sehr groß und schön. Ich bin in einem 2-Bett Wohnheimszimmer untergebracht.


Auf heise.de (der größten deutschen Nachrichtenseite für Technik) ist heute ein erster Artikel über den RoboCup erschienen:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/92022

Meine Liga (Physical Visualization) wird auch erwähnt.


Es gibt sehr viel zu tun, vielleicht komme ich in den nächsten Tagen mal dazu ein paar Fotos zu veröffentlichen...
RoboCup
Neues Video von M3 Sonntag, 03.06.2007, 13:03 Uhr
http://www.techeblog.com/index.php/tech-gadget/video-japanese-researchers-develop-creepiest-robot-ever

Der M3 Roboter aus dem Asada-Lab wurde kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt, der obige Link führt zu einem (japanischen) Video darüber.

Für mich war es sehr lustig anzuschauen, da ich alle Personen in dem Video kenne.
Roboter
Mysterien des Internets Sonntag, 03.06.2007, 11:35 Uhr
Habe eben zufällig entdeckt, das der Datenverkehr auf meiner Website im letzten Monat explodiert ist.
Normalerweise entstehen auf dieser Website 1-2 Gigabyte Verkehr im Monat. Im Mai waren es dann plötzlich 7 Gigabyte.
Nach ein bisschen Recherche in den Log-Dateien meines Servers stellt sich heraus das ein Großteil dieses Verkehrs von einer einzigen Datei verursacht wird, und zwar von dieser URL: http://www.evo-x.de/wbb2/thread.php?sid=&postid=1404827

Da hat so ein Scherzkeks dieses Bild:



von mir verlinkt. Dieser Herr mit dem Alias "MasterMiller" war wohl auf der Suche nach dem Bild einer Warteschlange, und hat dieses via Google bei mir gefunden und benutzt. Klingt harmlos, verursacht aber ein paar Gigabyte Verkehr.

Gott sei Dank habe ich auf meinem Server keine Volumenbegrenzung, d.h. die Höhe des Datenverkehrs ist egal. Bei vielen anderen Webserver-Angeboten gibt es aber Volumenbeschränkungen, und wenn dies bei mir der Fall gewesen wäre hätte ich mich über eine saftige Rechnung freuen können... (Die man wohl möglich gar nicht bemerkt wenn man seine Kontoauszüge nicht genau kontrolliert.)

Fazit: Wieder was gelernt. Ich hätte nicht gedacht dass so eine Bagatelle wie ein verlinktes Bild in einem Forum so viel Datenverkehr verursachen kann. Wer einen Webserver betreibt und einen Tarif mit Volumenbeschränkung hat sollte seinen Verkehr also gut im Auge behalten!
Internet
Das war's Donnerstag, 03.05.2007, 21:48 Uhr
Aus einem Bericht über die Tage in Tokyo wird wohl nix mehr.
Das ganze ist nun schon fast einen Monat her, und es ist nicht abzusehen dass ich in nächster Zeit dazu käme, die notwendige Zeit für einen angemessenen Bericht aufzubringen.

Auf jeden Fall hat es mir Spaß gemacht hier 6 Monate lang aus meinem Leben zu berichten.

Was in Zukunft aus dieser Website wird, weiß ich noch nicht. Für's erste wird hier Ruhe einkehren. Und wenn es mal wieder etwas neues gibt werde ich es kundgeben...
Allgemeines
Kyoto Sonntag, 15.04.2007, 18:54 Uhr
Aus meinem ambitionierten Plan, jeden Tag unseres Urlaubs hier einzeln mit vielen Fotos zu verarbeiten wird wohl nichts.
Morgen beginnt schon wieder die Uni, und dann werde ich kaum noch Zeit finden den Urlaub aufzuarbeiten.

Ich werde jetzt versuchen, in einem Schnelldurchgang alle Tage in Kyoto abzuhaken.

Freitag, 30.03.2007:
Wolframs und Carstens Geburtstag.
Wir waren alle noch etwas fertig von einer Feier in der vorherigen Nacht. Gunnar hatte eine früh morgendliche, mehrstündige Odyssee durch das Straßenbahnnetz von Osaka hinter sich, nachdem er uns verloren hatte.
Nachmittags sind wir in ein Bergdorf nahe Kobe in ein Onsen (heiße Quelle) gefahren.
Abends war Geburtstagsfeier, zunächst im verrückten Restaurant, anschließend in dem "Round One" (einem Vergnügungstempel), in dem wir auch schon an meinem Geburtstag waren.

Wolfram und die Geburtstagstorte:



Samstag, 31.03.2007: Der Tag des Auszugs.
Es war an der Zeit, nach 6 Monaten die Zimmer im Wohnheim aufzugeben. Angesichts der miesen Lebensbedingungen dort fiel der Abschied nicht schwer.

Nachdem alle Koffer gepackt und die Zimmer leergeräumt waren, brachen wir auf Richtung Kyoto. Dort waren wir Mittags mit Lina verabredet, einer Freundin aus Koblenz.
Lina ist Halb-Japanerin, hat einige Jahre in Japan gelebt und war auch schon ein paar mal in Kyoto. Mit ihr haben wir uns die nächsten Tage Kyoto angeschaut.

Unsere Jugendherberge in Kyoto hatte besonders straffe Regeln. 06:40 Uhr Weckruf, bis 9:00 Uhr musste man die Herberge verlassen haben. Abends hieß es um 22 Uhr: Licht aus!

Nach dem Einchecken haben wir noch in einen nahe gelegenen Tempel mit sehr schönem japanischen Garten besucht.

Ein Foto einer malerischen Straße in Kyoto bei Nacht mit längerer Belichtungszeit:



Sonntag, 01.04.2007: Kyoto
Nach dem frühen Aufstehen um 6:40 Uhr erwartete uns einer der längsten und anstrengendsten, aber auch interessantesten Tage unseres ganzen Urlaubs.
An diesem Tag haben wir einen Tempel nach dem anderen besucht, deren Namen mir größtenteils wieder entfallen sind.

Lina, Wolfram und Gunnar beim Trinken von heiligem Wasser:



Montag, 02.04.2007: Kyoto
Der Montag war fast genauso voll gepackt mit Programm wie der Sonntag.
Der Höhepunkt war sicherlich ein berühmter Schrein mit tausenden Tori:



Tori sind Eingangstore zu einem Schrein. Normalerweise hat ein Schrein genau ein solches Tori.

Abends waren wir auf einem Kirschblütenfest in einem Park, dort entstand dieses Gruppenfoto:


(Von links nach rechts: Wolfram, Carsten, ich, Gunnar, Lina)

Wie wir am nächsten Tag nach Tokyo gefunden haben, und was wir sonst so in Tokyo erlebt haben, wäre dann Inhalt des nächsten Eintrags.
Mal schauen wann ich dazu komme dies nieder zu schreiben...
Urlaub
In Deutschland Donnerstag, 12.04.2007, 12:48 Uhr
So, ich bin gestern Abend gesund und munter angekommen.

In den nächsten Tagen werde ich dann weitere Fotos und Berichte aus dem Urlaub hier veröffentlichen....
Allgemeines
Tag 4: Nara Montag, 09.04.2007, 02:59 Uhr
- Donnerstag, 29.03.2007 -

Für diesen Tag war ein Ausflug nach Nara angesetzt.
Nara ist eine alte Hauptstadt, (die Vorgängerin von Kyoto) und nur 1 Stunde mit dem Zug von Osaka entfernt.

In Nara angekommen, haben wir uns erstmal Fahrräder ausgeliehen:



In der Stadt gibt es viele freilaufende Rehe. Diese wurden vor einigen Jahrhunderten mal als Gastgeschenk mitgebracht und gelten seither als heilig. Anscheinend besitzen sie Narrenfreiheit und können sich ziemlich ungehindert durch die Stadt bewegen.





Natürlich wird daraus auch ein Geschäft gemacht und man kann Reh-Utensilien kaufen, wie z.B. Hörner:



Die Stadt selbst ist voller Tempel, Schreine und Pagoden:



Nachdem wir einige Tempel und Schreine besucht hatten, kamen wir zufällig an einer Karte vorbei, in der ein Wasserfall eingezeichnet war.
Auf der Karte sah es so aus als müssten wir nur kurz über einen kleinen Hügel fahren und schon wären wir da.
Nun, am Ende wurde eine mehrstündige Fahrradtour daraus:

Unsere geliehenen Fahrräder hatten leider keine Gangschaltung, d.h. nur einen Einheitsgang. Dennoch wagten wir den Anstieg. Doch je weiter wir den "kleinen Hügel" hochfuhren, umso mehr erwies er sich als ausgewachsener Berg.
Die abwesende Gangschaltung forderte uns einiges ab und zwang des öfteren zu Ruhepausen und zum Schieben:







Nach etlichen Kilometern auf und ab durchs Gebirge kamen wir bei unserem Ziel an, einem netten, kleinen Wasserfall:





Bei der Gelegenheit hab ich dann auch mal mit der Belichtungszeit meiner Kamera rumgespielt.

Ein normales Foto:



Ein Foto mit längerer Belichtungszeit:



Und noch zwei, weils so schön war:





Alles in allem hat mir diese Fahrradtour Spaß gemacht. Der Wasserfall war eine nette Abwechslung vom Standard-Touristen-Programm.

Nachdem wir wieder nach Osaka zurückgekehrt waren, sind wir am Abend wieder in die Innenstadt und haben eine Karaoke-Bar besucht.
Darüber, wie die folgende Nacht verlaufen ist, gibts dann im nächsten Eintrag mehr...
Urlaub
Tag 3: Osaka Montag, 09.04.2007, 02:27 Uhr
Mittwoch haben wir erstmal in der Uni zu Mittag gegessen.
Anschließend ging es in die Innenstadt, "sight seeing".
Unter anderem waren wir im Sky Building:







Die Sicht war ziemlich diesig:




Abends sind wir in einer All-you-can-eat Sushi Bar eingekehrt. Für 10 Euro konnte man so viel Suhsi essen wie man will.
Das Essen fährt auf einem Band vor einem her und man greift sich, was lecker aussieht:

Urlaub
Tag 2: Uni Donnerstag, 05.04.2007, 02:32 Uhr
- Dienstag, 27.03-2007 -

An diesem Tag wollte ich noch einmal in die Uni, um ein letztes mal mit Guerra einen Test an den Eco-Be's zu machen.

Mittags um 12 Uhr ging ich zu Gunnars Gästezimmer, um ihn abzuholen. Der hatte mit Jinx die ganze Nacht durchgemacht und noch ordentlich einen intus. Also bin ich alleine in die Uni.
Guerra hatte immer noch technische Probleme, so dass der geplante Testlauf auf den Eco-Be's wieder nicht stattfand. Ist nicht schlimm, wäre nur ein netter Bonus zum Abschluss gewesen.

Nachmittags kam Carsten, Wolframs Zwillingsbruder, in Osaka an.

Der Abend verging damit, dass wir vier (Wolfram, Carsten, Gunnar, ich) mit Jinx einen Film geguckt und etwas gegessen haben.
Urlaub
Chronologisch Donnerstag, 05.04.2007, 02:25 Uhr
Grade habe ich den Bericht über den ersten Urlaubstag veröffentlicht.

Ich hoffe das ich alle folgenden Tage in nächster Zeit sukzessive aufarbeiten kann.
Allgemeines
Tag 1: Uni Donnerstag, 05.04.2007, 02:23 Uhr
- Montag, 26.03.2007 -

An diesem Tag hatte ich mein letztes Meeting mit Asada-sensei. Außerdem wollte ich Gunnar die Uni zeigen und meinen Kuchen verteilen.

Als wir gegen Mittag in der Uni ankamen, trafen wir Guerra und er erzählte mir, dass es eine Einladung an alle Mitarbeiter rund geschickt wurde, in der zu meiner Abschlusspräsentation eingeladen wurde!
Tja, da hatte Asada-sensei wohl spontan mal aus dem Meeting eine Präsentation gemacht, ohne mir bescheid zu geben...
Es kamen dann etwa 15 Leute zu meinem Meeting und ich habe etwas improvisiert und ein paar Demonstrationen gezeigt. Lief gut!

Nach einem Mittagessen in der Mensa sind Gunnar und ich dann zu unserer Labor-Tour aufgebrochen, haben Kuchen verteilt und ich hab ihm die Roboter gezeigt.

Der Kuchen stieß auf positive Resonanz. "Sugoi" (Super), "Oischi" (Lecker), "Umai" (Lecker), usw. Allerdings waren die Kuchenstücke für japanische Verhältnisse zu groß.

Gunnar neben dem Repliee Q2:




Abends haben wir mit Wolfram, Jinx und drei Mädels aus dem Wohnheim in der Innenstadt in einem Irish Pub den Beginn unseres Urlaubs gefeiert.
Urlaub
Was wird (Der Ausblick) Sonntag, 25.03.2007, 06:05 Uhr
Und was bringt die Zukunft?

In 2 Stunden breche ich auf Richtung Flughafen, um Gunnar abzuholen. Der dürfe in diesem Augenblick vielleicht irgendwo über der Wüste Gobi sein.

Morgen habe ich ein letztes Meeting mit Asada-sensei, ich werde ihm eine Zusammenfassung meiner Ergebnisse zeigen.
Leider bin ich mit der Studienarbeit hier nicht fertig geworden. Es läuft zwar alles, aber die Zeit hat am Ende nicht ausgereicht.
Ein Beispiel:
Der letzte genetische Algorithmus den ich Ende dieser Woche durchlaufen lies, über 250 Generation bei einer Populationsgröße von 50 Individuen, hat auf meinem Computer 2 Tage und Nächte gebraucht bis er fertig war.

D.h. ich werde in Deutschland noch ein 2-3 Wochen dranhängen. Das gefällt mir zwar überhaupt nicht, aber was solls... Jetzt erstmal Urlaub!

Die nächsten 2 1/2 Wochen bin ich also viel in Japan unterwegs. Die ersten Tage noch in Osaka, ab 31.03. dann Kyoto, am 3.04. weiter nach Tokyo, usw.
Wenn sich die Möglichkeit ergibt, werde ich natürlich über unsere Erlebnisse hier berichten.

Im Sommer dann wieder Studieren in Koblenz und nebenbei auf den RoboCup in Juli vorbereiten.

In den Monaten August, September, Oktober mache ich wahrscheinlich ein Praktikum bei Mercedes-Benz in Sindelfingen.
Die haben ein Virtual Reality Center, das zur Entwicklung von neuen Modellen genutzt wird.
Dort können die Entwickler ihre Entwürfe für neue Autos virtuell in 3D betrachten. Außerdem können praktische Versuche gemacht werden bevor das erste, teure Testexemplar gebaut wird. (Z.b. können Mechaniker testen ob sich die Bauteile mit den geplanten Handgriffen auch tatsächlich einbauen lassen.) So spart man Entwicklungskosten.

Jedenfalls ist dieses Virtual Reality Center genau das richtige für einen Computervisualisten wie mich. Vor einem Jahr haben wir im Rahmen einer Veranstaltung der Uni einen Ausflug dorthin gemacht.
Anfang diesen Jahres habe ich dann mal nachgefragt ob ein Praktikum möglich wäre...
Jo, sieht gut aus! Ende April werde ich mal persönlich zu denen fahren und mich vorstellen.

Leider kann ich das Praktikum nicht im Studium anrechnen lassen, aber man lernt ja fürs Leben... (Und nicht für den nächsten Abschluss, was die bevorzugte Taktik hier in Japan zu sein scheint.)
Allgemeines
Was war Sonntag, 25.03.2007, 06:00 Uhr
Freitag war mein letzter offizieller Tag im Labor!
Abends gab es in Umeda eine Abschiedsfeier für die diesjährigen Absolventen aus dem Asada-Lab und für mich.
War ein schöner Abend, nix besonders berichtenswertes.

Samstag habe ich endlich meinen Kuchen machen können!
Stellt sich heraus, dass Joschka eine Mikrowelle besitzt die u.a. auch einen Ofen-Modus hat.
Also habe ich mich für gestern angemeldet und Joschka und seiner Freundin Mie einen Besuch abgestattet.
Wir haben Kuchen gebacken, gegessen und nebenher einen Film geguckt. ("An inconvienient truth" - eine, typisch amerikanisch, ziemliche oberflächliche Dokumentation über gobale Erwärmung von Al Gore - Ex Vizepräsident und Wahlsieger 2000, auch wenn er dann doch nicht Präsident wurde.)

Für die Mikrowelle gab es auch ein ordentliches Blech, das allerdings ein bisschen kleiner ausfiel als ein deutsches Ofenblech.
Ich habe Kuchen für zwei deutsche Bleche gemacht, daraus wurden dann 4 japanische.
Joschka und Mie haben fleißig mitgeholfen, vor allem beim Schälen der 3 kg Äpfel.



Zutaten:



Der Hefeteig vorm kneten:



Einen Mixer gab es nicht, also mit der Hand:



Ausrollen:



Eines von vier Blechen (vor dem Backen):



Vom fertigen Endprodukt habe ich grade leider kein Foto, sieht aber gut aus!


Morgen werde ich ihn dann im Asada-Lab, Ishiguro-Lab und Hosoda-Lab verteilen.
Allgemeines
Welt der Wunder Donnerstag, 22.03.2007, 04:08 Uhr
Der Beitrag von Welt der Wunder wird nächsten Sonntag (25.03.), 18:55 Uhr auf RTL2 in der Sendung "Mythos Frankenstein" ausgestrahlt.

Falls irgendjemand noch einen guten, alten Videorekorder besitzt, wäre ich für eine Aufnahme dankbar.
Fernsehen
Kindergartenausflug Dienstag, 20.03.2007, 10:58 Uhr
Ein, wie ich finde, putziges und pfiffiges Detail aus dem Alltag hier:
Kindergartenkinder tragen bei Ausflügen uniforme Signal-Mützen.


(Die Farbe variiert)

Ich finds lustig...
Allgemeines
Atlanta Sonntag, 11.03.2007, 13:01 Uhr
Im Sommer findet der RoboCup 2007 in Atlanta statt.
Guerra organisiert die Eco-Be! Liga (Nennt sich offiziell "Physical Visualization Sub-League"), möchte aber auch mit einem eigenen Team am Wettbewerb in dieser Liga teilnehmen. Ich bin neuerdings offizielles Mitglied in diesem Team. Fragt sich nur noch, wie ich nach Atlanta komme. So wie es ausschaut, wird Asada-sensei den Flug bezahlen. Feine Sache!

Für alle, die nicht wissen was der RoboCup ist:
Das ist die Roboter-Fußball-Weltmeisterschaft. Findet jedes Jahr in einem anderen Land statt. Den ersten RoboCup gab es 1997. Mitinitiator und Präsident des RoboCup ist Asada-sensei.

2006 wurde der RoboCup in Bremen abgehalten, kurz vor der Fußball Weltmeisterschaft der Menschen.

Warum spielen Roboter überhaupt Fußball, und wozu dieser Wettbewerb?

Der Leitspruch des RoboCup lautet:
"By the year 2050, develop a team of fully autonomous humanoid robots that can win against the human world soccer champion team."
Auf Deutsch:
"Bis zum Jahre 2050 ein Team von selbstständigen, humanoiden Robotern entwickeln, dass den dann amtierenden Fußball Weltmeister besiegen kann. (nach FIFA Regeln)"

Was nützen der Menschheit Roboter, die Fußball spielen können?
Um dies zu erläutern, muss ich ein wenig weiter ausholen:

Man kann die Motivation des RoboCup mit dem Apollo Programm der NASA in den 60iger Jahren vergleichen.
1961 gab Präsident Kennedy die Parole aus, bis zum Ende des Jahrzehnts dem Erdtrabanten einen Besuch abzustatten.

Die Entwicklung die daraufhin einsetzte, hat geschätzte 135 Milliarden Dollar gekostet. Ein ziemlich stolzer Preis für 380 Kilogramm Mondgestein die man zurückgebracht hat. (355.000 Dollar pro Gramm.)

Tatsächlich waren diese 135 Milliarden aber gut investiertes Geld, denn um das Ziel zu erreichen mussten viele neue Technologien und Werkstoffe entwickelt werden.
Es ist unmöglich den genauen Nutzen das Mondprogramms zu beziffern, da man nicht genau unterscheiden kann welche Technologien und Werkstoffe nur durch das Mondprogramm ermöglicht wurden, aber es ist sicher dass wir heutzutage die Früchte dieses technologischen Fortschritts nutzen.

1. In Analogie zur Parole von John F. Kennedy gibt der RoboCup für die Robotik auf der ganzen Welt ein gemeinsames Ziel und einen Zeitrahmen vor:
Bis 2050 Roboter zu entwickeln, die besser Fußball spielen können als Menschen.
Wie beim Mondprogramm müssen noch viele Technologien und Werkstoffe entwickelt werden, um dies zu ermöglichen. Es ist zu erwarten, dass die Fortschritte die dabei gemacht werden der ganzen Menschheit zu Gute kommen werden.

Ein weiterer gewünschter Effekt des RoboCup ist Motivation durch Wettbewerb. Das Mondprogramm hätte es nicht, zumindest nicht in diesen Ausmaßen, gegeben ohne den Wettlauf mit der Sowjetunion.
2. Der RoboCup erzeugt einen Wettbewerb zwischen den Robotik Forschern auf der ganzen Welt, und beschleunigt so die Entwicklung.
Im Gegensatz zum kalten Krieg werden die Forschungsergebnisse beim RoboCup untereinander ausgetauscht.

3. Gleichzeitig bietet der RoboCup eine Plattform, auf der die Teams aus der ganzen Welt ihre Ergebnisse regelmäßig miteinander vergleichen können.

4. Wenn man es geschafft hat, einen Roboter zu entwickeln der sehr gut Fußball spielen kann, dann wird man mit der gleichen Technologie auch Roboter entwickeln können die für die Menschheit von praktischem Nutzen sind.

In Japan ist ein praktischer Einsatzzweck für solche Roboter bereits ausgemacht worden: Die Betreuung von Alten.
Japan ist, wie Deutschland auch, eine alternde Gesellschaft, und man sieht in Pflege-Robotern einen Weg, wie man mit dem prozentual wachsenden Berg alter Menschen fertig werden kann.
Ein solcher Vorschlag wäre aufgrund der anderen Kultur in Deutschland undenkbar und würde wohl (zu recht) einen Aufschrei verursachen.
Fragt sich, ob man das bei uns in 50 Jahre immer noch so kritisch sieht, oder ob sich die Gesellschaft mehr und mehr mit dem Gedanken anfreunden kann.
Meine Generation wird die Antwort noch (vielleicht am eigenen Leib?) erfahren...

Und warum ausgerechnet Fußball?

Im Prinzip hätte es auch eine andere Sportart sein können, aber Fußball ist wohl die beliebteste Sportart auf der ganzen Welt und die zum Fußball spielen nötigen Fähigkeiten sind für Roboter allgemein sehr nützlich.

Ein guter Fußball-Roboter muss z.B.:
- Ein Objekt (Ball, Mitspieler, Gegenspieler) verfolgen können.
- Eine gute dreidimensionale visuelle Wahrnehmung haben.
- Selbstständig Entscheidungen treffen und sich gleichzeitig in einem Team mit 10 anderen koordinieren und verständigen können.
- Gut gehen und rennen können, auch auf nassen, rutschigem und unebenem Boden.
- Die Ausdauer haben um 90 Minuten lang über einen Platz zu rennen.
- Mechanisch stabil genug sein um Stürze und Zusammenpralle auszuhalten, gleichzeitig aber auch flexibel und dehnbar sein.

Alle diese Eigenschaften sind grundsätzlich für humanoide Roboter wünschenswert.
Menschliche Fußballer sind ja nicht grade für geistreiche Äußerungen bekannt, vermutlich wird man diese Eigenschaft bei den Roboter nicht nachahmen...

Zudem gibt es beim RoboCup auch Ligen die nichts mit Fußball zu tun haben. Zum Beispiel die "Rescue League", in der es darum geht Rettungsroboter zu entwickeln.

Zusammenfassung:
Der RoboCup ist ein Instrument um die weltweite Roboterforschung zu beschleunigen, in dem man sich auf ein gemeinsames Ziel fokussiert und einen Wettbewerb erzeugt der die Forscher zu Höchstleistungen motiviert.

Im Schach hat der Computer bereits über den Menschen gesiegt (Deep Blue vs. Kasparov, 1997 ff). Fußball ist der nächste logische Schritt...


Zurück zur Gegenwart.
Dieses Jahr findet der RoboCup also in Atlanta/USA statt, vom 1-10. Juli. Und so wie es ausschaut werde ich als kleines Rädchen im großen Getriebe mitmachen.

Die Vorstellung, Teil eines so groß angelegten, langfristigen und ambitionierten Projekts zu sein finde ich toll. Ich freue mich schon auf das Jahr 2050. Bin gespannt ob ich dann mit anderen vor dem Fernseher sitze, das Finale in der Weltmeisterschaft "Roboter gegen Mensch" verfolge und erzählen kann wie ich 43 Jahre zuvor mal auf diese Moment hingearbeitet habe...
Allgemeines
Frankenstein Dienstag, 06.03.2007, 12:11 Uhr
Gestern war Rolf Pfeier (engl. Wikipedia Artikel) zu Besuch.
Er ist Professor an der Universität Zürich, und einer der bekanntesten europäischen Robotik-Forscher.



Er hat einen Vortrag über "Embodiment" und "mechanische Intelligenz" gehalten. Sehr interessant.
Dies hier zu erläutern wäre ein bisschen ausufernd. Ganz grob zusammengefasst:
Man kann mechanische Systeme so konstruieren, dass sie einem viel Arbeit abnehmen für eine Aufgabe die ansonsten viel Berechnungsaufwand benötigt.
Man könnte ja meinen, dass man z.B. zum Laufen oder erst recht zum Rennen ein leistungsstarkes Denkorgan braucht, dass den Muskeln kontinuierlich Kommandos gibt um den Läufer im Gleichgewicht zu halten.
Tatsächlich ist es aber möglich, sich das leistungsstarke Denkorgan komplett zu sparen.
Durch die Wahl einer geeigneten Form und geeigneter Materialien ist es möglich einen Roboter zu entwickeln der sich beim laufen selbst stabilisiert. Rein mechanisch. Solche Roboter werden in Zürich entwickelt.

Ein Beispiel aus der Natur sind Wüstenameisen. Diese besitzen kein zentrales Denkorgan das alle acht Beine koordiniert.
Wie kann man ohne zentrales Denkorgan 8 Beine sinnvoll koordinieren?
Die Antwort ist so trivial wie einfach und effizient:
Wenn sich ein Bein nach hinten abdrückt um den Körper nach vorne zu bewegen, werden alle anderen 7 Beine nach vorne gezogen.
Es reicht, einen einfachen Sensor in jedem Bein zu haben der diese Bewegung registriert und daraufhin eine passende Bewegung "seines" Beines auslöst. So läuft es sich von ganz alleine.
Die Koordination der Beine erfolgt also ausschließlich über die Mechanik.


Desweiteren kam Gestern ein Team von "Welt der Wunder" (RTL2) zu uns.
Die Organisation im Vorfeld verlief ziemlich chaotisch. Im Endeffekt hatten die keine Dreherlaubnis für das ERATO Lab in dem ich arbeite, sondern nur für das Labor von Prof. Ishiguro.

Die machen eine komplette Sendung über Roboter. Der Titel war, typisch RTL2, ziemlich reißerisch. Ich hab ihn nicht mehr genau im Sinn, irgendwas in der Art von: Mythos Frankenstein.
Es soll eine Brücke geschlagen werden von Frankenstein zur modernen Roboterforschung. Von Niveau darf man wohl nicht viel erwarten.
Ausgestrahlt werden soll das ganze "in den nächsten Wochen".

Es war auch im Gespräch das wir Austauschstudenten interviewt werden (ein bisschen Werbung für die Uni Koblenz schadet nie). Zumindest bei Judith hätte sich dies angeboten, da sie mit dem Androiden Repliee Q2 von Ishiguro-sensei arbeitet. Aber dazu kam es nicht. Nur Ishiguro-sensei wurde interviewt.
Für mein Labor hatten sie ja erst gar keine Drehgenehmigung. Aufgrund des Themas interessierten die sich vor allem für humanoide Roboter und Androiden. Der einzige humanoide Roboter in meinem Labor, "M3" ist ziemlich geheim und darf nicht gefilmt werden.
Ich habe zwar Fotos von ihm, ins Internet darf ich sie aber auch nicht stellen...

- Bilder vom Set -

Repliee Q2 ausgeschaltet:



Vorbereitungen:



Das Interview: (Ishiguro-sensei wie immer in schwarz)



Ausschnitte:





Ohne Zusammenhang, hier ein Schnappschuss von Judith und Wolfram in ihrer typischen Arbeitshaltung:



Lustige Anekdote:
Für die Sendung sollte auch der oben erwähnte Professor Pfeifer interviewt werden. Dummerweise lies sich kein gemeinsamer Termin vereinbaren, denn Prof. Pfeifer ist jetzt erstmal für 2 Wochen hier in Japan, und die der Beitrag soll ja schon bald auf Sendung gehen.
Das Team von Welt der Wunder wusste nicht dass Prof. Pfeifer in Japan ist, in Osaka, an dieser Uni, zur gleichen Zeit wie sie.
Als Joschka (nichts ahnend) vorschlug, man könne doch auch den Professor Pfeifer aus Zürich interviewen der grade bei uns weilt, war die Dame von Welt der Wunder sehr überrascht.
Aufgrund des knappen Zeitplans kam es aber nicht mehr zu einem Treffen von Prof. Pfeifer mit dem Kamerateam.
Arbeit
Ruhe Mittwoch, 28.02.2007, 08:41 Uhr
Ruhe - die gibt es seit einiger Zeit in zweierlei Hinsicht:
Zum einen hier im Blog, zum anderen in meinem Labor.

Im Labor ist es seit etwa einer Woche erheblich ruhiger geworden, denn das Wintersemester ist offiziell rum. Einige Master-Studenten hatten letzten Freitag ihre letze Prüfung und sind nun auf und davon. Gerüchten zufolge soll der ein oder andere schon zum 1.März in die Arbeitswelt wechseln (wo sie dann vermutlich die nächsten 40 Jahre in ein und der selben Firma bleiben - bedingungslose Treue gegenüber deiner Firma und deinem Boss zählt hier einiges).
Jobs sucht man sich hier üblicherweise schon ein Jahr vor dem Abschluss.

Drei andere Studenten sind z.Z. in Deutschland an der Universität Bielefeld und besuchen anschließend in Günne/Westfalen das diesjährige "Interdisziplinäre Kolleg" (IK)

Im Moment ist hier im Labor also nur halb so viel los wie normalerweise.

Außerdem wird es hier langsam Frühling. Umgekehrt proportional zu den steigenden Temperaturen sinkt die Zahl der Anwesenden im Labor die erkältet sind.
Auch dies trägt zum sinkenden Geräuschpegel bei:
In Japan ist es eine Unsitte, sich die Nase zu putzen. Wie jeder weiß, kann Nase putzen durchaus laut sein (kommt darauf an wie beherzt man sie putzt), aber eines ist sicher: Wenn sich jemand einmal die Nase geputzt hat, ist erstmal für ein paar Minuten Ruhe.

Des Nase putzens beraubt, muss sich der Japaner einer anderen Methode bedienen um seine erkältete, laufende Nase in Zaum zu halten: Das Hochziehen.
Das Problem dabei: Es ist nicht minder laut als ein normales Nase putzen, muss aber mit einer viel höheren Frequenz wiederholt werden. Quasi permanent.

Als Europäer empfinde ich jemanden, der sich ständig die Nase hochzieht, als nervig. Dummerweise arbeite ich hier in einem Labor mit etwa 30 die-Nase-hochziehenden Japanern.
Wie eben schon erwähnt, ist die Erkältungs-Saison nun aber vorbei und die Zahl der Nase-Hochzieher geht zurück.

Im Blog ist es ruhiger geworden weil ich recht beschäftigt bin, und das wird sich bis Ende März auch nicht mehr ändern. Die Zeit verrinnt, und ich muss noch einiges schaffen. Zudem bin ich auch nicht mehr jedes Wochenende auf Achse.


Bis bald!
Allgemeines
Nur so Montag, 12.02.2007, 10:14 Uhr
Erste Kontakte mit Robotern habe ich übrigens schon im Kindergartenalter geknüpft:



Gestern Abend bin ich nach der Uni zu Jinx (dem Amerikaner), Wolfram und einem Chinesen dazu gestoßen, die im Wohnheim eine kleine private Feier veranstalteten.
Jinx lief zu fortgeschrittener Stunde in einem Pikachu-Kostüm rum:




Ansonsten ist am Donnerstag das "final exam" meines Japanisch-Kurses, da bereite ich mich im Moment drauf vor...
Allgemeines
Wieder in Osaka Samstag, 10.02.2007, 06:49 Uhr
So, ich bin seit Gestern Abend wieder in Osaka.

Freitag Morgen waren wir, wie bereits angekündigt, in einem Schokoladen Museum und anschließend in einem Bier Museum.

Im Schokoladen Museum gab es Schokolade, und im Bier Museum gab es... Schokolade! Genauer gesagt Bier-Schokolade. Bier mit Kakao.



Eine neue Bier Kreation auf die die Welt NICHT gewartet hat. Manche Dinge passen einfach nicht zusammen.

Die Sapporo Brauerei, welche das Museum betreibt, gibt es seit 1876. Der erste Braumeister wurde zwei Jahre lang in Deutschland bei der Berliner Brauerei ausgebildet.

Der Rückflug verging wie im Flug und ohne weitere Zwischenfälle.




Heute muss ich noch den "final report" über die Vorlesung von Asada-sensei fertig stellen.
Die Fragestellung lautet: "How can we design machines to develop it's own intelligence?" (Wie könnte man Maschinen entwerfen, so dass sie ihre Intelligenz selbst entwickeln?).
Keine triviale Frage, und die ultimative Antwort darauf kennt wohl noch niemand, aber zumindest Ansätze dafür wurden uns in der Vorlesung gezeigt, und das gilt es in dem "final report" wieder zu geben.
Urlaub, Sapporo
Sapporo 3 Donnerstag, 08.02.2007, 11:30 Uhr
Ich sitze mal wieder in der Jugendherberge und will kurz die letzten 24 Stunden abhandeln.

Den Weg zur 350-Bar haben wir gestern Abend von einer Karte im Internet abfotografiert und sind losgezogen.



Vorher erstmal Abendessen in einem Krabben-Restaurant, dort gab es unter anderem:



Die olivgrüne Paste auf dem Sushi war NICHT lecker, ansonsten war der Laden und das Essen ganz nett, nichts besonderes.

Leider war bei der angegebenen Adresse der 350-Bar weit und breit keine 350-Bar ausfindig zu machen. Dafür gab es in der Nähe eine 500-Bar, in der - Überraschung - alles 500 Yen (3,30 Euro) kostet. Also sind wir dort eingekehrt.
Später stießen noch Steven, Andrew und Masayuki zu uns, zwei Australier und ein Japaner aus unserem Jugendherbergszimmer.

Zwei Bilder aus der Innenstadt





Ein weiteres Mode-Opfer:




Heute sind wir dann Richtung Jozankei aufgebrochen, einem kleinen Ort in der Nähe von Sapporo in dem es Skipisten und viele heiße Quellen gibt.

Zwei Bilder von einer solchen heißen Quelle:





Japan befindet sich auf vulkanisch aktivem Gebiet und ist daher reich an solchen heißen Quellen.

Die Fahrt mit dem Bus nach Jozankei dauerte 1:30 Stunden, fast so lange wie der Flug von Osaka nach Sapporo.

Zum Skifahren sind wir nicht mehr gekommen, da wir zunächst ein Onsen besucht haben.
Onsen sind Thermalbäder, gespeist aus den heißen Quellen. Sie sind ein wichtiger Teil der japanischen Kultur, im Wikipedia Artikel darüber kann man sich die ganzen Hintergrundinformationen durchlesen die ich hier jetzt nicht kopieren möchte.

Für heute Abend haben wir noch keinen Plan, mal schauen was sich noch ergibt. Morgen dann früh aufstehen, das Schokoladen- und/oder das Biermuseum besuchen und dann zurück zum Flughafen.
Sapporo, Urlaub
Sapporo 2 Mittwoch, 07.02.2007, 10:29 Uhr
Ich sitze grade in der Kantine unserer Jugendherberge. Hier gibt es kostenloses WLAN - sehr "convenient".
Convenient (= komfortabel/angenehm/praktisch) ist ein Wort das mir in Japan sehr oft begegnet. Scheint irgendwie in Mode zu sein.

Am Flughafen gab es Gebäck, dass mit besonders blumigen deutschen Worten beworben wurde:



In Sapporo liegt viel Schnee, der an den Straßenrändern meterhoch aufgetürmt wird:



Für die erste Nacht hatten wir ein Hotelzimmer, dessen Ausstattung im Vergleich zum Wohnheim in Osaka grade zu luxuriös war. Eine eigene Dusche! Bequeme, breite Betten!

Nach dem einchecken ins Hotel sind wir dann Richtung Innenstadt und Schnee-Festival losgezogen.
Entlang einer der Einkaufsstraßen gab es Eisskulpturen:









Zu Abend gab es Ramen:



Der Fernsehturm in Sapporo ist eine kleine Kopie des Eiffelturms:



Von der Aussichtsplattform des Turms hat man einen prima Blick auf den Odori:



Der Odori ist ein langezogener Park in dem die größten Skulpturen des Fests stehen.

Diesen Park sind wir anschließend abgelaufen und ich hab fleißig Fotos geschossen, z.B. von diesem Walhai:





Disneyland:



Ein Haus:



Eine Kopie des thailändischen Palasts (zur Feier der Japanisch-Thailändischen Beziehungen):



Eine Burg:



Die größte Skulptur war die Darstellung einer Antarktis-Expedition:




Kleine Skulpturen gab es auch:





Das obligatorische Wir-waren-da-Beweisfoto:



Als wir genug Schnee- und Eisskulpturen gesehen hatten, sind wir durch das Vergnügungsviertel, auf der Suche nach einer gemütlichen Bar, die wir schließlich auch gefunden haben.

Während ich in einem herrlichen Hotelbett schlief und heute morgen hat es dann mal wieder ordentlich geschneit:






Um 10 Uhr mussten wir aus dem Hotel auschecken, und erst ab 15 Uhr konnten wir in der Jugendherberge einchecken. In der Zwischenzeit waren wir nochmal in der Stadt, haben gegessen und ein japanisches Kino besucht.
Dort liefen u.a. auch englische Filme mit japanischen Untertiteln. Unsere Wahl fiel auf "Departed", einen 0815 Hollywood Actionfilm. Streckenweise spannend, aber leider mit einem sehr einfallslosen Ende.

Mittlerweile ist es 18 Uhr, ich sitze wie gesagt in der Kantine der Jugendherberge und schreibe diesen Eintrag.
Wir sind in einem Zimmer mit etwa 10 Betten untergebracht und es scheint alles ausgebucht zu sein.

Für Heute Abend haben wir uns die 350-Bar ausgesucht, eine angeblich sehr beliebte Bar in der alles 350 Yen kostet.

Morgen stünde dann ein Ausflug zu einem der Skigebiete hier in der Umgebung an.


Zu guter letzt muss ich noch einen kleinen Exkurs über die japanische Modewelt beschreiten:

Was fällt einem bei folgendem Anblick ins Auge?



Richtig! Diese Frau trägt einen Wintermantel, Schal, High-Heels und einen Minirock! Im Winter, bei Minusgraden, im Schneegestöber.

Nun könnte man ja glauben, es handele sich hierbei um einen außergewöhnlichen Einzelfall. Doch das Gegenteil ist der Fall. Jede dritte oder vierte Frau läuft hier kniefrei rum.
Im Oktober und recht warmen November in Osaka war dies ja noch nachvollziehbar, aber trotz fallender Temperaturen wandelte sich die Bekleidung der Damenwelt nicht.
In Osaka bin ich bisher nicht dazu gekommen, dieses Phänomen zu dokumentieren. Aber hier in Sapporo musste ich es mal festhalten. Der Kontrast zwischen Außentemperatur und Bekleidung ist hier noch extremer.

Zwei weitere Beweisfotos:





Um das noch mal klarzustellen: Diese Damen tragen KEINE Strumpfhosen!

Fazit: Die spinnen, die Japanerinnen.
Sapporo
Angekommen Dienstag, 06.02.2007, 09:27 Uhr
Wir sind so eben in Sapporo angekommen und ins Hotel eingecheckt.

Internet gibts hier im Hotelzimmer sogar auch.
Sapporo
Sapporo Montag, 05.02.2007, 07:49 Uhr
Ich fliege morgen nach Sapporo!
(Dem ein oder anderen mag diese Stadt noch von den Olympischen Winterspielen 1972 in Erinnerung sein.)

Sapporo ist die Hauptstadt der Insel Hokkaido, ganz im Norden Japans.
Dort findet diese Woche das berühmte Schnee-Festival statt. (Der englische Wikipedia Artikel darüber)
Man erwartet etwa 2 Millionen Besucher, das wichtigste an diesem Festival sind die großen Eisskulpturen.

Morgen Mittag geht es los. Wolfram ist mit dabei, eine Übernachtung im Hotel, zwei Übernachtungen in der Jugendherberge, am Freitag dann der Rückflug.

Neben dem Festival würde ich auch gerne mal Ski/Snowboard fahren, vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit...


Vermutlich werde ich dort keinen Internetzugang haben, in diesem Falle reiche ich Berichte und Fotos am Freitag oder Samstag nach.
Urlaub
Steering behavior Freitag, 02.02.2007, 07:17 Uhr
Beim beschäftigen mit "steering behaviors" bin ich auf ein paar Java-Applets gestoßen die nett anzusehen sind:

Dieses hier erinnert mich an eine belebte Straßenkreuzung in Neu-Delhi, Paris oder irgendeiner anderen Stadt mit chaotischen Verkehrsbedingungen:
http://www.red3d.com/cwr/steer/Unaligned.html

Das ist auch gut:
http://www.red3d.com/cwr/steer/LeaderFollow.html
(Linker Mausklick in das Applet ändert das Verhalten.)

(Man muss Java 1.4 installiert haben um diese Applets betrachten zu können.)

Aus: http://www.red3d.com/cwr/steer/
Arbeit
Ofensuche Mittwoch, 31.01.2007, 08:23 Uhr
Folgendes:

In der IC-Hall (Dem Gebäude für "International Collaboration" - Internationale Zusammenarbeit) findet der Japanischunterricht statt, daneben gibt es noch Aufenthaltsräume und Info-Material für ausländische Studenten.
In einem dieser Aufenthaltsräume entdeckte ich vor ein zwei Wochen eine Küchenzeile mit OFEN.

Das ist durchaus etwas besonderes. Denn es ist weit und breit der erste Ofen in ganz Japan den ich erblicken konnte. Öfen scheinen hier nicht sehr verbreitet zu sein.

Erfreut über diese Entdeckung kam ich auf die glorreiche Idee, einen Kuchen zu backen! Mit so einem Blech frischem, duftendem Apfel-Streusel Kuchen durchs Labor zu spazieren und Kostproben zu verteilen wäre doch ne prima Sache...

Da ich das Rezept nicht auswendig im Kopf hab, lies ich mir von meiner ehrenwerten Mutter eines zukommen.
Meine Recherche in japanischen Supermärkten ergab, dass es einige für einen Apfel-Streusel essenzielle Ingredienzien hier nicht käuflich zu erwerben gibt.
U.a. Hefe. (Für den Boden.)

Also sandte mit meine Mutter einen 3er Pack Trockenhefe und noch ein bisschen Vanillezucker per Post. (An dieser Stelle nochmal vielen Dank!)

Soweit, so gut.

Jetzt könnte ich ja eigentlich loslegen. Wo sind also die Fotos???
Nun, es gibt keine Fotos, weil es keinen Kuchen gibt!

Dieser Blog-Eintrag ist leider nicht die Fotoserie von meiner Kuchen-Session die er hätte sein können. Statt dessen ist dieser Eintrag eine Artikulation meiner Enttäuschung.

Man hat mir die Benutzung des Ofens untersagt!

Gott sei Dank bin ich nicht ausgerüstet mit Küchenschürze, allen Zutaten und einer Schar Begleitern in der IC-Hall eingefallen und hab losgelegt, sondern habe vorher (nur um sicher zu gehen!) nachgefragt ob ich den Ofen nutzen kann.

Zu meiner Überraschung und meinem Unverständnis lautete die Antwort: "Nein".

Nun mag man sich fragen: Was macht denn ein Ofen in einem Aufenthaltsraum für ausländische Studenten, wenn er nicht genutzt werden darf? Zumal die Nutzung aller anderen Einrichtungsgegenstände wie z.B. Mikrowelle, Herd, Wasserkocher, Kaffeemaschine, etc. erlaubt ist?
Die nette Dame mit der ich sprach konnte mir keine Begründung geben. "It's a rule."

Das mit den Regeln ist in Japan so eine Sache. Wenn irgendwer mal, warum auch immer, eine Regel eingeführt hat, egal wie unsinnig sie ist, dann wird sie hier befolgt. Es wird nicht hinterfragt. "It's a rule." Und Ausnahmen gibt es nicht.

Allerdings erfuhr ich, dass der Ofen für Parties genutzt werden kann. Also fragte ich, ob ich eine offizielle "German cake baking party" veranstalten könne. Das ging natürlich auch nicht, war ja klar...

Und nun? Jetzt sitz ich hier, mit Dr. Oetker Hefe und Bourbon Vanille Zucker ("Mit dem zarten Duft und dem feinen Geschmack der Bourbon-Vanille"), und hab doch keinen Ofen in dem ich daraus einen Kuchen machen könnte.

Ich habe noch nicht aufgegeben und werde die nächsten zwei Monate ausschau halten nach einem anderen Ofen, aber die Chancen dass ich überhaupt noch einen finde, und dann auch noch benutzen darf, sind wohl eher gering.

Wenn sich doch nochmal was ergibt, werde ich berichten.
Freizeit
Sam und Dave Montag, 29.01.2007, 10:10 Uhr
Am Samstag war Neujahrsfeier in meinem Wohnheim!
Gut, für Neujahr war es zwar ein bisschen spät, aber das überhaupt mal eine Feier in unserem Wohnheim statt fand war ne feine Sache. Zudem haben wir ja einen hohen Anteil an Chinesen, und für die ist Neujahr erst in 2 Wochen. (Am 18.02. beginnt das Jahr des Schweins.)

Wie üblich war die Feier straff organisiert.

Es begann mit einer halb scherzhaften, halb ernsthaften Sicherheits-Unterweisung durch die Polizei! (Natürlich auf japanisch, daher habe ich einiges nicht verstanden.)
Ein Polizist war wohl Hobbymagier und führte uns seine Taschentuch-Tricks vor.

Ein anderer gab Hinweise wie man sich aus einer Umklammerung eines Diebes befreien kann, eine Polizistin führte vor wie man als Dame seine Handtasche zu tragen hat damit sie einem nicht entrissen werden kann.

Es gab kostenlose Reflektoren und Schutzkappen für Fahrradkörbe, die verhindern sollen dass Motorrad-Banden im Vorbeifahren die Tasche herausgreifen können.

Insgesamt schien mir diese Unterweisung ein Standardprogramm der Polizei für Schulklassen zu sein, das für uns abgespult wurde.

Anschließend gab es Essen und Trinken.

Die Party war endlich mal eine Gelegenheit ein paar Leute aus dem Wohnheim kennen zu lernen. (Kommt leider 3 Monate zu spät.)
Mit zwei dieser neuen Bekanntschaften, "Jinks", einem Amerikaner aus Hawaii und Cansu, einer Türkin, sowie Wolfram, bin ich dann Abends losgezogen in die Innenstadt nach Namba.

Zuerst waren wir in einer unspektakulären Bar, dem "Zerro". Dort stießen ein Holländer und ein Halb-Japaner/Halb-Pakistaner zu uns.
Danach sind wir in einen Club gewechselt, das "Sam and Dave". Obwohl ziemlich westlich ausgerichtet, waren erfreulicher Weise relativ wenige Gaijin dort. (Gaijin = Ausländer).
Gute Musik, gute Stimmung. Diesen Laden kann ich empfehlen! Wegbeschreibung gibt es auf Anfrage.

Leider habe ich keine Fotos von dem Tag, daher bleibt dieser Blog-Eintrag ein wenig "trocken".
Party
Spiegel Online mal wieder Samstag, 27.01.2007, 11:11 Uhr
Spiegel
Turbo Eco-Be! Dienstag, 23.01.2007, 11:20 Uhr
Die Prototypen der neuen Eco-Be! Version mit Akku statt Knopfzelle sollten ja schon Ende November zu uns kommen. Sie kamen erst im Dezember, und sie kamen ohne Firmware!

Was ist die Firmware?
Jeder Eco-Be enthält einen kleinen Mini-Computer, der Infrarot-Signale empfängt und daraufhin Steuersignale an die beiden Motoren sendet (Ein Motor pro Rad).
Das Programm das auf diesem Mini-Computer läuft nennt man Firmware.

Citizen meinte lapidar, sie hätten nicht die Zeit gehabt die Firmware für die neuen Eco-Be!s zu schreiben.
Jetzt hat Guerra die letzten Wochen damit verbracht, die Firmware selbst zu schreiben. (Das wirft leider den ganzen Zeitplan durcheinander.)

Seit Heute laufen die Eco-Be!s endlich, und zwar TURBOSCHNELL! Guerra hat die Ansteuerung der Motoren ein bisschen "aufgebohrt".



Arbeit
Erdbeben Montag, 22.01.2007, 04:34 Uhr
Heute Nacht um 2 Uhr (18 Uhr MEZ) gab es hier ein schwaches Erdbeben.
Und ich habs verpennt!


Heute Morgen hatte ich eine Doppel-Vorlesung bei Prof. Asada (also 3 Stunden) in "Constructive approaches to intelligent systems".
Es ging um das Phänomen der Sprache, warum nur Menschen in der Lage sind Sprache zu erlernen, wie Kleinkinder Sprache erlernen und wie sich das Gehirn des Menschen entwickelt im Verlgeich zu 1. anderne Humanodien und 2. anderen Säugetieren.

Ich schreib dann jetzt mal die Zusammenfassungen... (wir müssen über jede Vorlesung eine Zusammenfassung schreiben, in Englisch.)
Allgemeines
Mobiltelefone Sonntag, 21.01.2007, 14:51 Uhr
Diverses
Abflug Sonntag, 21.01.2007, 07:30 Uhr
Am Freitag waren Wolfram und ich im Büro von Emirates Airlines hier in Osaka und haben unseren Abflugtermin geändert.

Ursprünglich hatten wir auf den 05.04. gebucht. Da wir das Land aber gerne noch ein bisschen bereisen würden, haben wir den Abflug nun auf den 10.04. verlegt.

Es geht in der Nacht los, unser Flieger (EK317) sollte um 23:30 Uhr vom Osaka Kansai International Airport abheben.

Am 11.04. um 05:30 Uhr morgens (Ortszeit) landen wir dann in Dubai. Dort haben wir 9 Stunden Aufenthalt, die wir nutzen werden um uns diese Stadt anzuschauen. Um 14:30 Uhr geht es dann mit Flug EK047 weiter, Ankunft in Frankfurt ist am 11.04. 19:20 Uhr deutscher Zeit.


Eine weitere freudige Nachricht ist, dass wir für unseren Urlaub Verstärkung bekommen!
Gunnar hat gestern Flüge gebucht, er kommt am 24.03. und fliegt mit uns zurück. Wolframs Bruder wird vielleicht auch in den nächsten Tagen buchen. Judith hingegen belässt ihren Rückflug beim 05.04.
Allgemeins
Google Earth Links Montag, 15.01.2007, 10:41 Uhr
Heute habe ich herausgefunden, wie ich Verweise erstellen kann, die einen von mir definierten Ort in Google Earth öffnen.
So kann ich in Zukunft interessante Orte die ich in Japan besucht habe im Blog verlinken, und diejenigen die es interessiert können sich diesen Ort dann in Google Earth anschauen.

Als erste Anwendung dieser neuen Technik habe ich fünf Links erstellt:

Der Blick vom Ishidoga-oka auf Osaka, der mir Gestern durch die Bäume versperrt blieb

Der Osaka Nordfriedhof von oben

Der Damm

Der Campus

Mein Wohnheim

Für diejenigen, die ich jetzt neugierig gemacht habe:
Hier kann man sich Google Earth kostenlos herunterladen.

Wenn man nach der Installation auf einen der obigen Links klickt, sollte folgendes Fenster erscheinen:


(Am Beispiel von Mozilla Firefox, Internet Explorer und alle anderen Browser zeigen ähnliche Dialoge.)

Einfach "Öffnen mit Google Earth..." auswählen, mit "OK" bestätigen und voilà!

Ein Breitband-Internetanschluss (DSL) ist allerdings Voraussetzung für einen reibungslosen Betrieb.
Google Earth
Ishidoga-oka Sonntag, 14.01.2007, 15:19 Uhr
Heute war schönes Wetter, und ich habe eine Fahrradtour unternommen. Ziel war, einen möglichst hohen Berg zu erklimmen, von dem ich einen schönen Blick auf Osaka habe.
Leider besitze ich kein Kartenmaterial das sich über die Bergketten rund um Osaka erstreckt. Also habe ich mir in Google Earth einen Berg ausgeguckt der vielversprechend aussah, habe mir den Weg dorthin grob eingeprägt und bin auf gut Glück losgefahren.

Für diejenigen, die Google Earth besitzen, hier die Koordinaten des Bergs:
34°52'25'' N, 135°29'32'' O

Zur Erinnerung hier nochmal die Koordinaten meines Labors, von dem aus ich gestartet bin:
34°49'25'' N, 135°31'18'' O

Der Berg ist Teil eines großen Massivs, das die Ausdehnung des Großraums Osaka nach Norden hin begrenzt.
Ich habe eben meinen Kollegen Nagura-san gefragt, ob diese Bergkette einen Namen hat. Entweder hat sie keinen, oder aber er wusste es nicht (ich tippe auf letzteres).
"Mein" Berg scheint aber einen Namen zu haben: Ischidoga-oka.

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Von ein paar kurzen falschen Abstechern abgesehen habe ich mein Ziel erreicht.

Mein Fahrrad ist leider nicht geländegängig und verfügt auch nur über drei Gänge, ich habe mich daher auf das befahren von asphaltierten Straßen beschränkt.
Bei einigen steilen Anstiegen habe ich mir gewünscht, ich hätte mein Mountain-Bike aus Deutschland dabei gehabt...


Zu Beginn meiner Reise machte ich ein paar Fotos von grünen Laubbäumen, die ich im letzten Blog Eintrag (über das Wetter) erwähnt hatte.

Das satte Grün in einem Park:



Etwas exotisches:



Ein kleiner Bambuswald:



Diese Bäume blühen sogar Mitten im Januar:



Als Kontrast hier ein Bild auf dem alles ziemlich kahl ist:




Die Bäume, die das ganze Jahr über Photosynthese betreiben und sich den Aufwand des Blätterabwerfens sparen müssten ja einen großen Vorteil gegenüber den anderen Laubbäumen haben. Sie sollten zumindest schneller wachsen.


Zurück zu meiner Fahrradtour:
Die Bebauung hier reicht bis direkt an die Füße der Berge und grenzt somit dicht an den Wald. Wie ich die Stadtgrenze hinter mir lies, wechselte ich auf eine Gebirgsstraße.

Ein kleiner Schrein am Wegesrand:



Wie ich so die Serpentinen erklomm, sah ich sie plötzlich:
AFFEN!



Eine ganze Sippe von Japanmakaken auf Wanderschaft.
Ich war ziemlich überrascht!

Auf japanisch heißen sie "Mantohihi". Sie sind eng verwand mit den Pavianen und sind die Affen mit dem nördlichsten Verbreitungsgebiet.

An Verkehrsregeln halten sie sich nicht:



Die Gitternetze, mit denen die Straße vor Steinschlag geschützt wird, sind eine prima Ketterhilfe:





Dieser hier schaute ein wenig traurig aus:



Sie scheinen Menschen gewöhnt zu sein und interessierten sich nicht für mich, guckten gelangweilt weg und machten auch keinerlei Anstände auszuweichen!
Die vorbeikommenden Autos fuhren entsprechend langsam, die japanischen Insassen schienen auch überrascht zu sein und machten mitunter Fotos, so wie ich.
Alltäglich scheint dieses Schauspiel also nicht zu sein, zumindest nicht in dieser Region.

Ich konnte mich den Affen bis auf wenige Zentimeter nähern, Anfassen habe ich lieber unterlassen. Die Geduld dieser flinken und putzigen, aber wilden Gesellen wollte ich nicht unnötig auf die Probe stellen.


Nach diesem Ereignis kam ich im weitern Verlauf meiner Tour an einem Tempel vorbei:



Und an einem Damm:



(Die Koordinaten des Damms in Google Earth: 34°51'35'' N, 135°28'38'' O)


Schließlich erreichte ich "Osaka Hokusetsuwaien", was so viel heißt wie "Osaka Nordfriedhof":



Diesen, ziemlich großen, Friedhof kann man in Google Earth gut erkennen, er erstreckt sich über den Nordhang des Ishidoga-oka, dem Ziel meiner Reise.
Als ich mir den Berg in Google Earth ausgesucht habe, war ich mir über die Bedeutung dieser Struktur nicht sicher, Friedhof war eine meiner Vermutungen.

Hier ein paar Fotos von der Anlage:







Ein x-beliebiges Grab:







Der Friedhof reicht bis zum Bergkamm, dort oben angekommen konnte ich leider nirgends eine Aussichtsplattform oder eine Erhöhung mit freier Sicht auf Osaka finden. Überall war die Sicht durch dichten Wald versperrt.
Dieser Berg ist in weitem Umkreis der höchste, weshalb ich ihn ja auch ausgesucht hatte. Ich kann nur spekulieren warum es keine Aussichtsplattform gibt. Vielleicht hat man Angst um die Friedhofsruhe, wenn eine solche Plattform viele Touristen (wie mich) anziehen würde?
Tja, und so ist das beste Foto mit Blick auf Osaka, das ich schießen konnte, dieses:



Nicht sehr beeindruckend...

So gesehen war meine Mission, einen Aussichtspunkt auf Osaka zu finden, nicht erfolgreich!
Aber der unerwartete Kontakt mit den Japanmakaken war toll. Und auch die Radtour an sich war eine feine Sache.
Freizeit, Fahrrad
Wetter Dienstag, 09.01.2007, 08:02 Uhr
Ein Wort zum Wetter:

Wie man hört, ist es in Deutschland z.Z. ja ziemlich warm. Vielleicht sogar wärmer als bei uns.

Die Temperaturen schwanken hier so zwischen 0 und 10 Grad.
Tagsüber scheint öfters mal die Sonne, und wenn sie das tut ist sie ziemlich intensiv. Erstaunlicherweise gibt es hier ein paar Laubbäume, die noch in sattem grün erstrahlen. Ebenso die Bambuswälder. Nadelbäume sind selten.
Nachts wird es meist ziemlich frisch.
Im Moment befinden wir uns in der Trockenzeit. Ende Dezember hat es mal geschneit, die paar Schneeflocken sind bei den Temperaturen natürlich nicht liegen geblieben.
In den letzten Tagen gab es ein paar mal kräftigen Wind.

Wie man dieser Internetseite u.a. entnehmen kann, sind Temperaturen unter 0 Grad unüblich.
Das könnte auch erklären warum sich ein paar Bäume das Laub abwerfen sparen.
Wetter
Geschmackserlebnisse Dienstag, 09.01.2007, 07:42 Uhr
Das:



ist ein Fertiggericht, wie man sie hier in jedem Supermarkt kaufen kann. Sie werden frisch im Supermarkt zusammengestellt, man kann sie noch im Supermarkt in einer Mikrowelle erhitzen oder eben mit nach Hause nehmen.
Wenn die Mensa mal geschlossen hat (gestern war mal wieder ein Feiertag) ist dies eine akzeptable Alternative.


Ein paar Studenten haben in den letzten Tagen aus Ihrem Heimaturlaub lokale Spezialitäten ins Labor gebracht, von denen ich ein paar verköstigen konnte.

U.a. gab es:

- Keks aus Garnelen:



War staubtrocken und erinnerte mich eher an geraspelten Krebspanzer.

- "Uriro", eine gallertartige, süße Speise aus Soja:



Unspektakulär...

- Und als mein persönliches Highlight: Süßer Keks aus Aal!!




Sieht aus wie süßes Gebäck, schmeckt wie süßes Gebäck. Nicht ein Hauch Fischgeschmack oder -geruch.
Nagura-san sagte aber ausdrücklich, dass dieser Keks aus Aal-Pulver hergestellt sei. Es steht auch groß "Unagi-Pie" vorne drauf, Unagi heißt tatsächlich nichts anderes als Aal. (Siehe Wikipedia)

Ich kann es mir trotzdem irgendwie nicht vorstellen...
Essen
Halbzeit Freitag, 05.01.2007, 08:16 Uhr
Ich bin jetzt schon 3 Monate und zwei Tage hier in Osaka, d.h. es ist Halbzeit!

Ich hoffe die zweite Hälfte vergeht nicht ganz so schnell wie die Erste, denn ich würde gern noch ein bisschen bleiben.
Ich bin doch grad erst angekommen...
Allgemeines
Silvester Dienstag, 02.01.2007, 10:41 Uhr
Im folgenden möchte ich darüber berichten, wo und wie ich den Jahreswechsel verbracht habe:

Wie schon einmal erwähnt, sind Sylvester und die ersten Tage des neuen Jahres in Japan ein traditionelles Familienfest wie bei uns Weihnachten.
Daher sind viele Studenten über die Feiertage in ihre Heimatstädte gefahren, die meisten Geschäfte bleiben für ein paar Tage geschlossen und die Universität ist zwar geöffnet, aber
bis zum 04.01. sind alle öffentlichen Einrichtungen auf dem Campus (Bibliothek, Geschäfte, Restaurants, etc.) geschlossen.

Dass es sich bei beiden Anlässen um Familienfeste handelt ist nicht die einzige Parallele zwischen Weihnachten und dem japanischen Neujahrsfest:
Der obligatorische weihnachtliche Besuch der Christmette findet sein japanisches Gegenstück im neujährlichen Besuch eines buddhistischen Tempels.

Daher sind Wolfram und ich am Abend des 31.12. losgezogen zum größten und ältesten Tempel Osakas, dem Shitennoji.
Um das Jahr 590 von Prinz Shotoku errichtet, hat dieser Tempel eine wechselhafte, 1400 Jahre lange Geschichte hinter sich, wurde mehrfach niedergebrannt und wieder aufgebaut.

Hier ein paar Bilder:






Das Gelände des Tempels ist ein weitläufiges Areal mitten in der Stadt zwischen Hochhäusern.
Gegen 23 Uhr kamen wir an, und waren positiv überrascht von dem Rummel der dort herrschte. (Wir wussten vorher nicht genau was uns erwartet.)


Nachdem ich nun vergleichen konnte, würde ich sagen, dass aus dem Schlagabtausch "Christmette versus buddhistischer Tempel" der buddhistische Tempel als Sieger hervorgeht.
Begründung:
Dem oberflächlichen Besucher, der einmal im Jahr seinem Gotteshaus einen Pflichtbesuch abstattet, wird auf einer Neujahrsfeier im buddhistischen Tempel viel mehr Abwechslung und "Action" geboten als in einer Christmette:

- man kann selber die Glocke läuten
- es gibt Fressbuden wie auf einem Jahrmarkt (!)
- man kann Mönchen beim Gebet zuschauen
- es gibt kostenlosen, warmer Tee
- es gibt viele kleine Aktivitäten wie z.B. Räucherstäbchen anzünden oder an einem kunstvollen Rad drehen (ich vermute das es sich um das Dharma-Rad handelte.)

Das Glockenläuten scheint die Hauptattraktion zu sein. In mehreren Gebäuden des Tempels gab es Glocken, und davor bildeten sich lange Schlangen. Um 23:30 begann man dann damit, das neue Jahr einzuläuten. Etwa alle 10-15 Sekunden wurde jede Glocke geläutet. Bei Hunderten Menschen in jeder Schlange dauert es bis weit
nach Mitternacht bis alle Läut-Willigen durch sind.

10 Sekunden vor Mitternacht gab es auf dem "Zentralplatz" des Tempels einen Countdown bis zum Jahreswechsel und anschließend verhaltenen Jubel. Kein Alkohol, kein Anstoßen, kein Feuerwerk.

Viele warteten noch immer in den Warteschlangen darauf ein Glocke zu läuten, der Rest der Besuchermassen verflüchtigte sich.


Wir sind dann noch ein bisschen durch die Stadt gezogen, haben einen zweiten Tempel besichtigt und ein Hochhaus gesucht wo man um 2 Uhr Nachts noch im obersten Stockwerk die Aussicht genießen und etwas essen kann. Leider waren wir nicht erfolgreich.

Zum Abschluss noch das "Wir waren da"-Beweisfoto:

Kultur, Freizeit
Alt Bayern Montag, 01.01.2007, 15:12 Uhr
Gestern habe ich im Supermarkt folgende Pizza entdeckt:



Jawohl, da steht tatsächlich "Alt Bayern".
Um herauszufinden, wie japanische Werbeleute und Verpackungsdesigner darauf kommen, einem italienischen Gericht den Namen "Alt Bayern" zu geben, musste ich sie kaufen.

Gedacht, getan, ausgepackt:



Das ist sie! Teig, Tomatensoße, Käse und Wurst... Nichts spektakuläres. Das einzige, was entfernt bayrisch sein könnte, ist die Wurst.

Das Endergebnis nach erhitzen durch die Mikrowelle in der Küche unseres Labors:



Eine gewöhnliche Pizza... Der Geschmack war ordentlich, wenngleich der Teig knuspriger hätte sein können, was wohl der Zubereitung in der Mikrowelle geschuldet war.
Wirklich bayrisch war diese Pizza jedenfalls nicht.

Fazit:
Interessant, welch kreative Produktbezeichnungen man hier entdeckt.
Wobei man vermuten könnte, dass 99,99% der Konsumenten nie einen Gedanken darauf verschwenden werden, was "Alt Bayrisch" bedeuten könnte.
"Hauptsache es klingt schön exotisch!" werden sich die Werbeleute von der Pizzafabrik gedacht haben. Und wahrscheinlich haben sie damit recht...


Übrigens:
Die großen weißen Schriftzeichen über "Alt Bayern" sind Katakana-Silbenschrift und lesen sich wie folgt:
"Arutobaierun".
Hätte nicht "Alt Bayern" in lateinischer Schrift darunter gestanden, wäre ich wohl nie darauf gekommen was diese Wörter bedeuten sollen (und ich hätte die Pizza nie gekauft).

Wo wir grade bei "deutschen" Produkten sind:
"Brau Meister" Bier habe ich mittlerweile auch gefunden:



Es schmeckt ziemlich herb, ungefähr wie Jever Pilsener.

Die schwarzen Katakana unter dem "Brau Meister" Schriftzug haben folgende Aussprache:
"Kirinburaumaisutaa"

Zweites Fazit für Heute:
Katakana-Schrift wird meist verwendet, um Fremdwörter zu schreiben.
Da es nur ca. 60 Katakana Silben gibt, und damit längst nicht alle Laute abgedeckt werden die in Fremdwörtern vorkommen können, müssen alle Fremdwörter so gebogen werden, dass sie in diese 60 Silben passen.
(Z.b. gibt es kein Katakana "L", dafür nimmt man ein "Ru", da das "R" eher wie ein "L" klingt und das "u" nur gehaucht wird.)

Katakana lesen zu lernen ist eine Sache, aber die Bedeutung der Wörter zu entschlüsseln eine ganz andere.
Wenn das Wort in lateinischer Schrift daneben steht, wie bei der Pizza und dem Bier, ist es leicht.
Aber das ist nicht immer so. Dann kann es einem weiterhelfen, die Wörter laut auszusprechen und zu überlegen, welches (meist englische) Fremdwort damit gemeint sein könnte.
Kurioses
Heiligabend Montag, 25.12.2006, 07:57 Uhr
Judith, Wolfram und ich haben Anlässlich des Heiligen Abends "dem verrückten Japaner" einen Besuch abgestattet.

Der verrückte Japaner ist ein kleines, gemütliches Restaurant in Kita-Senri dessen richtiger Name uns unbekannt ist.
Der Besitzer hat aber nicht mehr alle Tassen im Schrank, daher die Name.



Wir bestellten ein Rundum-Sorglos Paket, bei dem man von ihm den ganzen Abend mit allerlei Köstlichkeiten bedient wird.
Unter anderem gab es einen Obstteller, gepfeffertes Steak, eine Nudelsuppe, Hühnchen-Nuggets, japanische Kroketten, und einen Grill-Teller:



Gegessen wurde übrigens aus Kindertellern mit "Winnie Pooh" Motiv:



Auf dem Grill waren auch zwei große Muscheln (namens "Saza-e"):



Da ich nicht der größte Fan von Muscheln bin, habe ich meinen beiden Begleitern den Vortritt gelassen. Nach einhelliger Aussage von Judith und Wolfram haben die Muscheln allerdings zu bitter geschmeckt.

Hier ein Video, wie Wolfram versucht seine Muschel zu öffnen:



Zwischendrin gab es Geschenke!
Wir alle bekamen "tolle" Disney-Halsbänder:



Judith bekam ein GANZES KLEID geschenkt:



(Blümchenkleider sind jetzt wieder in Mode)


Desweiteren mussten wir mit dem verrückten Japaner ein Gesellschaftsspiel spielen, bei dem reihum kleine Plastikschwerter in eine kleine Plastiktonne gesteckt wurden. Wenn man Pech hatte, wurde dabei ein Mechanismus ausgelöst, der die Plastikfigur in der Tonne herauskatapultierte.
Fortuna war Wolfram nicht Hold, er verlor sämtliche Runden bis auf die letzte (die ging an mich).
Die "Bestrafung" bestand darin, dass man mit einem Plastikhammer gehauen wurde:



Am Ende war Wolfi aber doch irgendwie der Gewinner des Spiels, und bekam eine Tüte Zuckerwatte:




Zum Abschluss noch ein Gruppenfoto:

Freizeit
Mid term exam Donnerstag, 21.12.2006, 08:26 Uhr
Heute fand die Zwischenprüfung von meinem Japanisch-Kurs statt.

Es gab einen schriftlichen und einen mündlichen Teil.

Im schriftlichen Teil wurde unser Wissen zur Verbkonjugation, Adjektivkonjugation und Te-Form geprüft.

Die Te-Form ist eine sehr vielseitige, aber ein bisschen komplizierte Ausdrucksweise des Japanischen.
An den Stamm eines Verbs wird ein "te" angehangen, was die Bedeutung des Satzes zu einer Bitte, zu einer Erlaubnis, zu einer Erlaubnisanfrage oder einem Verbot wandelt.

Ein schlichtes Beispiel:

taberu = essen

tabemasu = ich/du/er/sie/es isst

tabeTE = Bitte iss! ...
tabetemoiidesu = Darf ich essen?
tabetewaikemasen = Es ist verboten zu essen!

Zudem kann man mit der Te-Form mehrere Tätigkeiten verknüpfen.
Z.b. "Ich habe gefrühstückt UND bin zur Uni gefahren", wobei das erste Verb in die Te-Form gepackt wird:

Asagohan tabete daigaku ikimashita.
(Asagohan = Frühstück, daigaku = Uni, ikimashita = bin gegangen)


Leider ist die Sache mit dem "te" nicht ganz so regelmäßig, für Verben die auf "u" enden, und davon gibt es viele, wird das "te" auch mal anders geschrieben, z.B. "tte", "de", "ite", "ide", etc.

Um sich die Te-Form einzuprägen, hat uns unsere Lehrerin Fujisawa-sensei ein Lied gegeben, den "Te-Form Song".

Und ich muss sagen, es funktioniert :-)

Eine kurze Recherche im Internet hat ergeben, dass es auch noch einige Varianten von diesem Lied gibt, z.B. zur Melodie von "Oh Tannenbaum" (PDF).

Auf dieser Website kann man sich bei Interesse den Te-Form Song anhören.


In der mündlichen Prüfung mussten wir in ein paar Sätzen frei darüber sprechen wer wir sind, was wir machen, wie unser Alltag aussieht und was wir bisher in Japan erlebt haben.


Alles in allem ist die Zwischenprüfung gut gelaufen, den schriftliche Test habe ich gut absolviert, der mündliche Test war eher holprig. Ich hätte vorher üben sollen...

Jetzt haben wir 3 Wochen Pause bis der Kurs weitergeht.

Zum Abschluss noch zwei Fotos von Gestern:




(Amerkungen: 1. Es fehlen zwei Studenten. 2. Wir sind ein bunt gemischter Haufen aus Deutschland, China, Vietnam, Thailand, Indien und Bangladesch)
Arbeit
Year-End Party Dienstag, 19.12.2006, 13:54 Uhr
Dieser Tage finden hier einige "Year-End Partys" statt. Das ist das japanische Äquivalent zur deutschen Weihnachtsfeier.

Letzten Freitag war die Feier für "International Students" sowie die Feier von unserer Fachschaft, diesen Freitag ist die Feier vom Ishiguro-Labor, und den Freitag darauf noch die Feier vom Asada-Labor.
Da ich irgendwie zu beiden Laboren gehöre, werde ich wohl auch an beiden Feiern teilnehmen.

Von der Feier der Fachschaft letzten Freitag hat meine liebe Tischnachbarin Watanabe-san ein paar schöne Fotos gesammelt, die ich im Folgenden verarbeiten werde.

Die "Fachschaft" umfasst eine handvoll Labore (ich habe nicht gezählt) die sich alle irgendwie mit Robotern beschäftigen, unter anderem auch "mein" Labor von Asada-sensei und das Labor von Ishiguro-sensei.

Die Feier fand in einem noblen Restaurant im 14. Stock eines Hochhauses hier auf dem Campus statt.
Dem Ambiente entsprechend teuer war auch der Eintritt, 2500 Yen (16 Euro) für eine "Party", die nur zwei Stunden dauert! Warum ich Party in Anführungsstriche gesetzt habe, werde ich nun erläutern:


Es fing erst einmal damit an, dass jeder Professor eine Rede hielt. U.a. auch Asada-sensei, von dem ich (glaube ich) bisher noch kein Foto in meinem Blog hatte:



Wie es scheint ist er z.Z. Vorsitzender der Fachschaft.

Das Publikum:




Dann wurde das Buffet aufgetischt:



(Wer schafft es, mich auf diesem Bild zu entdecken?)


Gäste von der Firma Citizen waren auch vertreten:



Hier zwei Bilder von Studenten:




Der Student ganz links auf dem letzten Bild ist übrigens krass. Wo auch immer ich ihm begegne... er schläft!
In der Vorlesung die ich mit ihm habe sowieso, aber auch auf dieser Party hat er sich alsbald auf einen Stuhl gesetzt und ist ins Land der Träume gedriftet.


Hier ein nettes Bild von Asada-sensei und Ishiguro-sensei:



Ishiguro-sensei trägt übrigens immer schwarz.
Sein Name bedeutet "Schwarzer Stein", vielleicht beeinflusst das ja seine Kleiderwahl.
Oder es liegt daran, dass er ein bisschen exzentrisch ist...


Auf einer japanischen Party darf ein Spiel zur Unterhaltung nicht fehlen. Normalerweise scheint das Bingo zu sein (sehr beliebt), in diesem Falle war es ein Quiz, bei dem die Labore gegeneinander angetreten sind.



Alles verstanden?
Ich auch nicht...

Die Antwort:



Der leicht erschöpft wirkende Mann mit dem knallroten Kopf ist Nakanishi-sensei, der Junior-Chef im Labor von Ishiguro-sensei.
Nakanishi-sensei hatte wohl ein bisschen zu tief ins Glas geschaut.


Wer hat sich solche Schriftzeichen ausgedacht? :




Nach dem Quiz gab es noch eine Siegerehrung. Da die zwei besten Teams gleich viele Punkte hatten, gab es noch eine spannende Runde "Schnick, Schnack, Schnuck" zwischen den Team-Leitern.
Einer der beiden war Nakanishi-sensei, der leider nicht mehr gänzlich auf der Höhe war, und somit den Sieg des Ishiguro-Teams leichtfertig vergab.

Er war richtig niedergeschlagen:




Schnick, Schnack, Schnuck mag bei uns ein Kinderspiel sein, in Japan scheint es eine verbreitete Methode zu sein um Dinge zu entscheiden...


Fazit: Es war eine sehr japanische "Party". Straff durchorganisiert und kurz. Um 20 Uhr war die Show vorbei. Was fängt man mit so einem halb angebrochenen Abend an?
Joschka, Judith, Wolfram und ich haben uns dann für den restlichen Abend in einen nettes Restraurant in Kita-Senri (nahe der Uni) gesetzt...

Lustig ist übrigens der japansiche Name für diese "Year-End Partys":
Die Kanji (chinesischen Schriftzeichen) bedeuten in etwa "Trinken, um das letzte Jahr zu vergessen". Das ist doch mal ein tolles Motto!
Party
Hotaru no Hikari Freitag, 15.12.2006, 05:24 Uhr
Wie in Deutschland auch wird man hier in Japan im Alltag oft mit Musik beschallt. Insbesondere in Geschäften.
Die meisten Melodien kommen einem fremd vor und man hört sie nur ein einziges mal, aber eine Melodie habe ich seit meiner Ankunft immer wieder gehört:

Hotaru no Hikari

Mit der Zeit fiel mir auf, dass dieses Lied scheinbar immer dann gespielt wird, wenn ein Geschäft kurz davor ist zu schliessen.
Eine Art "Rausschmeiß-Melodie".

Auf der IRT Messe vor zwei Wochen wurde dieses Lied ebenfalls kurz vor Schluss gespielt. Bei der Gelegenheit fragte ich einen Japaner nach dem Namen und der Bedeutung dieses Liedes.
Nun, es stellte sich heraus dass es sich um ein Volkslied handelt, dass so ziemlich jeder Japaner kennt (vielleicht vergleichbar mit "Alle meine Entchen" in Deutschland).

Ich finde die Idee einer Rausschmeiße-Melodie sehr gut. So kann man seinen Kunden dezent signalisieren, dass es bald an der Zeit ist zu gehen.

Eine legale, synthetische MIDI-Version dieses Liedes kann man sich hier anhören.
Die Melodie kommt darin gut rüber, aber die Version die man in den Geschäften hört ist eine Instrumental-Version mit viel besserem Klang.
Man benötigt ein Apple Quicktime-Plugin um die Melodie hören zu können.

Ein englischer Artikel über dieses Lied (mit Hintergrundinformationen):
http://www.everything2.com/index.pl?node_id=1009448


Wie wäre es, wenn wir diese "Tradition" nach Deutschland importieren?
Aber welches Lied würde sich in unserem Kulturkreis gut eignen?

"Niemals geht man so ganz" von Trude Herr?
oder doch lieber:
"Alles hat ein Ende (nur die Wurst hat zwei. Jawoll mein Schatz, es ist vorbei!)" von Stephan Remmler?


Gibt es andere Vorschläge?
Kultur
Weihnachtsmarkt Montag, 11.12.2006, 13:42 Uhr
Gestern Abend haben wir dem Deutschen Weihnachtsmarkt einen Besuch abgestattet. Jawohl, hier in Osaka gibt es einen original-deutschen Weihnachtsmarkt!

Und zwar in Umeda, unter dem Sky Building.

Das Sky Building ist ein Hochhaus bestehend aus zwei 180 Meter hohen Türmen und einer Verbindungsplattform dazwischen:




Leider sind die Fotos von dem Abend teilweise etwas verwackelt, das liegt am Nachtaufnahme-Modus meiner Kamera.

Der Eingang:



Insgesamt gab es etwa 20 Verkaufsstände und in der Mitte einen 32 Meter großen Weihnachtsbaum:





Zu dem Tannenbaum sei angemerkt: Er war eckig! D.h. er war nicht echt.


Natürlich gab es auch leckere Würstchen vom Grill:



Quizfrage: Was stimmt mit folgendem Wurstbrötchen nicht?



Richtig! Das Brötchen wurde durch ein halbes, labberiges Weißbrot ersetzt.
Das war KEINE gute Idee...

Habe später einen der deutschen Betreiber auf diesen Fauxpas angesprochen. Er meinte, Brötchen seien in Japan nicht bezahlbar.
Vor zwei Jahren hätten sie extra für den Weihnachtsmarkt einen Bäcker aus Deutschland mitgebracht der die Brötchen dann zu vertretbaren Preisen vor Ort produzieren konnte.

Falls ich es bisher noch nicht erwähnt haben sollte: Brot ist hier grundsätzlich ein heikles Thema. Es gibt hier im Prinzip nur Weißbrot.
Brot mit einer festen Kruste gibt es einfach nicht.

Dem Thema Brot will ich irgendwann mal einen eigenen Eintrag widmen, z.Z. sammele ich noch Beweisfotos...


Ansonsten waren so ziemlich alles abgedeckt, was auf einem typischen deutschen Weihnachtsmarkt nicht fehlen darf:

- Glühwein

- Nippes:



- Gebrannte Mandeln:



- Bratkartoffeln (mit Speck):



- eine Krippe:



- und einen Weihnachtsmann:




Warum hat dieser Weihnachtsmann einen so enormen Bartwuchs und eine dicke Brille?
Um zu kaschieren das er gar nicht der echte Weihnachtsmann ist! Sondern ein Japaner! Betrug!

Fazit:
Der künstliche Tannenbaum, das labberige Weißbrot und der falsche Weihnachtsmann konnten uns den Spaß an diesem Abend nicht nehmen.
Alles in allem war es eine tolle Sache. Nach 2 Monaten Japan befanden wir uns plötzlich in einem deutschen Mikrokosmos.

Den Japanern scheint es auch zu gefallen.

Günstig war es nicht. Was aber auch nicht verwundert, wenn man weiß dass die Budenbesitzer jedes Jahr für 1-2 Monate aus Deutschland nach Japan kommen. Die Hütten, inklusive eines Kinderkarussells (!) werden in Containern verschifft.
Freizeit
Marvin Minsky Mittwoch, 06.12.2006, 12:51 Uhr
Gestern bin ich mit ein paar Leuten aus unserem Labor nach Kyoto gefahren, um einen Vortrag von Marvin Minsky zu hören.


Wer ist Marvin Minsky?

Minsky ist eine der berühmtesten Persönlichkeiten in der KI-Forschung. (KI = Künstliche Intelligenz)

Geboren 1927, war er in den 50er Jahren einer der Begründer der KI-Forschung. Er war einer der 10 Teilnehmer an der Darthmouth Konferenz (engl.) im Jahre 1956.
Bei diesem einmonatigen Treffen am Dartmouth College (USA) wurde die KI-Forschung begründet und der Begriff "Künstliche Intelligenz" geprägt (engl. "artificial intelligence").

Später war er Mitbegründer der KI-Forschungsabteilung am berühmten Massachusetts Institute of Technology (kurz MIT).



Zu seinem Vortrag:





Minsky erläuterte in dem Vortrag die Ansichten, die er in seinem neuen Buch The Emotion Machine vertritt.
Einen Entwurf des Buches kann man auf seiner Website kostenlos herunterladen.


Der heilige Gral der (starken-) KI-Forschung ist ein Computerprogramm, dass ein eigenes Bewusstsein hat und selbstständig sein Wissen erweitern kann (also z.B. selbst Bücher lesen und verstehen kann).

Minsky vertrat in seinem Vortrag die Ansicht, dass fast alle aktuellen Forschungsansätze in der KI-Forschung zum erreichen dieses heiligen Grals ungeeignet seien.

Grob zusammengefast sagte er:

Neuronale Netze, statistische Verfahren, genetische Algorithmen, etc. sind allesamt unzureichend.
Statdessen sollten viel mehr Forscher an "Common sense networks" forschen.
Die KI Forschung ist für ihn seit den 70iger Jahren in einer Sackgasse.

Wer sich für seine Begründungen interessiert, dem empfehle ich sein Buch zu lesen. Dies hier zu behandeln würde den Rahmen des Blogs sprengen.


Besonders scharf kritisierte er übrigens die Robotik:

Die Robotik ist seiner Meinug nach eine der größten Zeitverschwendungen überhaupt. Insbesondere der Roboterfussball!

Es gibt viele Leute, die die Meinung vertreten, eine Künstliche Intelligenz müsse, um ein Bewusstsein zu erreichen, eine Verkörperung haben.
Also eine künstliche Intelligenz die einen Roboter steuert, mit dem sie dann, im wahrsten Sinne des Wortes, die Welt "begreifen" kann.
(Es gibt Forschungsgruppen, die versuchen "Baby Roboter" zu entwickeln, die sich wie Kleinkinder verhalten.)

Minsky meint, um eine künstliche Intelligenz die Welt begreifen zu lassen wäre es aber viel effizienter, sie dies in einer Simulation tun zu lassen.
(Eine Art virtuelles Baby in einem virtuellen Sandkasten.)

Denn die meisten Roboter wären 50% der Zeit defekt. Ständig müssten sie repariert werden, aus der ganzen Robotik sei noch keine einzige gute Doktorarbeit hervorgegangen.

Zu seiner Kritik muss man anmerken, das er die Robotik anscheinend nur als ein Hilfsmittel der KI-Forschung begreift.


Fazit:
Der Vortrag war unterhaltsam, aber ziemlich pauschal und unwissenschaftlich. Minsky zog viele amüsante Parallelen und hatte einige Anekdoten zu erzählen.
Er wunderte sich darüber, das die Computerwelt zu Unix, einem fast 40 Jahre alten, und seiner Meinung nach schlechten, Betriebssystem zurückkehrt, er beschwerte sich über sein Apple Notebook, über Microsoft, über Microsoft Office, über Powerpoint und noch einiges mehr.

Mit seinen jetzt 79 Jahren wirkte er ein bisschen wie ein besserwisserischer, alter Mann der noch mal zum pauschalen Rundumschlag ausholt.
Arbeit
Tako-Yaki Mittwoch, 06.12.2006, 12:20 Uhr
Samstag Abend gab es eine kleine Feier im Labor von Prof. Hosoda.
Dort wird hauptsächlich daran geforscht, Robotern das laufen beizubringen.
Normalerweise ist es in diesem Labor ziemlich chaotisch und überfüllt, aber am Samstag wurde eine Art großangelegter Frühjahrsputz gemacht, was dann Abends gefeiert werden musste.

Der größte Raum des Hosoda-Labors nach dem aufräumen:



(Vorher sah es viel schlimmer aus.)


Bei dieser Feier habe ich gelernt, wie man Tako-yaki zubereitet.

Tako-yaki sind eine Spezialität aus Osaka, kleine (etwa Walnuss-große) Teigbällchen mit einem kleinen Stück Oktopus-Arm innen drin.

Man gibt den Teig (bestehend aus Mehl, Ei und Wasser), dessen Konsistenz derer von Pfannkuchenteig ähnelt, in solche Formen:



Die Kunst am Tayo-naki zubereiten ist es, mit Zahnstochern die Teigbällchen während des Erhitzens in der Form zu drehen, damit sie gleichmäßig braun werden. Der Teig ist aber anfangs ziemlich flüssig-klebrig, und brennt sich in die Form ein wenn man nicht aufpasst.




Fast fertig:




Das Ergebnis:




Statt Oktopus kann man die Bällchen auch mit anderen Köstlichkeiten füllen, wie z.B. Käsewürfeln.
Essen
IRT Mittwoch, 06.12.2006, 11:18 Uhr
Von Donnerstag bis Samstag war hier in Osaka eine Robotik-Messe (IRT), auf der auch unser Eco-Be! Team einen Stand hatte:






Der Androide "Repliee Q2" aus Professor Ishiguros Labor war auch vertreten:




Es musste übrigens stets eine weibliche Mitarbeiterin in der Nähe des Androiden bleiben, falls er mal angefasst werden muss.
Es wurde nämlich befürchtet, es könnte bei den Besuchern der Messe anzügliche Assoziationen geben, wenn ein männlicher Mitarbeiter des Labors diesen "weiblichen" Androiden anfasst...
(Japan ist in gewisser Hinsicht ziemlich prüde und verklemmt.)

Donnerstag und Freitag war die Messe nur für Fachpublikum geöffnet, Samstag kam dann der große Besucheransturm.

Wir hatten die Eco-Be's so konfiguriert, dass sie nicht von Programmen gesteuert Fußball spielten, sondern mit GamePads ferngesteuert werden konnten.
Dieser Spielmodus erfreute sich größter Beliebtheit bei den jüngeren Besuchern der Messe, dementsprechend war unser Stand eigentlich immer voll mit Kindern im Grundschulalter die begeistert gegeneinander spielten.

Schräg gegenüber von uns war der Stand der Firma Citizen, die das große Interesse der Kleinen an den Eco-Be's mit Wohlwollen verfolgten.
Wie schon einmal erwähnt: Citizen würde aus den Eco-Be's eines Tages gerne ein Kinderspielzeug machen, daher konnten die Eltern auch einen Fragebogen ausfüllen, ob sie sich vorstellen könnten ein solches Produkt zu kaufen.

Am Stand von Citizen konnte man dann unter anderem auch die Prototypen der neuesten Eco-Be! Generation bewundern:



Äußerlich hat sich kaum etwas geändert. Der größte Unterschied ist, dass sie jetzt mit einem Akku betrieben werden statt mit Einweg-Knopfzellen.
Arbeit
Uncanny Valley Donnerstag, 30.11.2006, 13:07 Uhr
Heute morgen hatten wir hier im Labor drei interessante Vorträge von Besuchern:


Prof. Hans-Dieter Burkhard von der Humboldt Universität Berlin hielt einen Vortrag über Fallbasiertes Schließen mittels "Case Retrieval Nets".


Prof. Gerhard Kraetzschmar von der Universität Ulm gab einen Überblick über MIRO, eine Middleware für Roboter.


Am interessantesten war aber der Vortrag von David Hanson aus Texas.

David Hanson ist neben "unserem" Prof. Ishiguro einer der führenden Entwickler von Androiden.
Seine von ihm entwickelten Androiden zeichnen sich vor allem durch ihre besonders natürlich wirkende Erscheinung aus:



Das Bild oben links zeigt keinen Menschen, sondern das fertige Gesicht eines Androiden.


Hier ein Bild von einem koreanischen Roboter, der mit einem von Hanson entwickelten "Albert Einstein" Kopf kombiniert wurde:








Eine von Hansons Thesen ist, dass das Uncanny Valley (dt.: "unheimliches Tal") nicht existiert.

Was ist das Uncanny Valley?



Zunächst einmal gilt: je menschlicher ein Roboter aussieht, umso weniger bedrohlich, und umso ansprechender sieht er für Menschen aus.
Dies entspricht der roten Linie (A) in der obigen Abbildung.

Es ist daher das Ziel der Androidenforschung, möglichst menschenähnliche Roboter zu entwickeln.

Die These vom Uncanny Valley besagt nur aber, dass Roboter die schon sehr menschlich wirken und nur noch kleine Fehler aufweisen sehr abschreckend auf Menschen wirken.
Ab einem gewissen Detailgrad werden sie nicht mehr an ästhetischen Kriterien für einen "Gegenstand" gemessen, sondern an den viel empfindlicheren ästhetischen Maßstäben für Menschen!

Dieser plötzliche Abfall an Attraktivität bei sehr menschenähnlichen Robotern wird von der blauen Linie (B) in obiger Abbildung gezeigt.
Man nennt diese Delle das "unheimliche Tal", oder eben "Uncanny Valley" auf Englisch.


Für mich ein gutes Beispiel für einen Androiden im Uncanny Valley ist Repliee R1 von unserem Professor Ishiguro:



Dieser Androide wurde Prof. Ishiguro's Tochter nachempfunden.
Auf mich wirkt dieser Androide unheimlich, weil er einerseits so sehr einem Kind ähnelt, aber dabei doch ziemlich unnatürlich guckt. Man könnte meinen dieses "Kind" sei irgendwie krank.


Bei der Entwicklung von immer menschenähnlicheren Androiden stellt das Uncanny Valley also eine Art Hürde da, die es zu überwinden gilt.


Hanson behauptet nun aber, dass Androiden jeden Menschlichkeitsgrades künstlerisch so optimiert werden können, das sie auf Menschen ästhetisch/ansprechend wirken.
In seinem Team arbeiten daher Künstler daran, seinen Androiden, die sich eigentlich im Uncanny Valley befinden müssten, ein für Menschen ansprechendes Äußeres zu geben, das nicht zwanghaft versucht noch menschlicher zu wirken, sondern eher wie Theaterfiguren.

Diese These ist gewagt, aber angesichts seiner eindrucksvollen Androiden komme ich ins Zweifeln ob er nicht recht haben könnte.

Kritisch sehe ich allerdings, dass er sich bei der Kritik am Uncanny Valley nur auf das Aussehen bezieht.
Neben dem Aussehen spielt für das Uncanny Valley auch noch die Bewegung eine wichtige Rolle!

Ein Androide der perfekt so aussieht wie Claudia Schiffer, sich aber unnatürlich, ungelenk und abgehakt bewegt wie eine Maschine würde einem doch ziemlich fremd vorkommen.

Dagegen hatte Herr Hanson (noch) nichts ins Felde zu führen...


Eine zentrale Rolle in der Optimierung des Aussehens von Androiden stellt das verwendete Material für die Haut dar.
Dafür hat Hanson mit seinem Team "Frubber" entwickelt, eine spezielles Silikon mit luftgefüllten Bläschen verschiedenster Größe.
Diese künstliche Haut hat sehr ähnliche Eigenschaften wie menschliche Haut, was die Stauch- und Dehnbarkeit angeht. Wenn dieses "Frubber" Material von künstlichen Muskeln verzogen wird, entstehen natürlich wirkende Falten. (Z.b. Lachfalten)



Zum Abschluss noch zwei Videos von "Albert Hubo", dem Roboter mit Einstein-Kopf, in Aktion:





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Links:

Der Wikipedia Artikel zum Uncanny Valley

Der englische Wikipedia Artikel über David Hanson
Arbeit
Aquarium Montag, 27.11.2006, 11:25 Uhr
Sonntag Nachmittag sind Judith, Wolfram und ich ins Aquarium von Osaka gefahren.

Neben dem Aquarium ist ein Riesenrad, dem wir einen spontanen Besuch abstatteten:




Das Gebäude mit der roten Fassade ist das Aquarium, im Hintergrund sieht man einen kleinen Teil des Hafens und das Meer:




Im Aquarium gab es, oh Wunder, allerlei Fische, von denen ich nur wenige gute Fotos machen konnte, da es recht dunkel war und man keinen Blitz benutzen durfte.




(Hier zwei Exemplare der Gattung Mensch, auf dem Boden sitzend weil der Wasserstand in diesem Becken so niedrig war.)







Unangenehm fiel auf, dass die Aquariumsleitung offenbar vom Weihnachtsfieber erfasst wurde, und das Aquarium daher "weihnachtlich" gestaltet wurde.
Leider bewies man dabei keinerlei Stilsicherheit oder gar guten Geschmack:

1. Es wurden im gesamten Aquarium drei oder vier Weihnachtslieder ("Jingle Bells" etc.) in einer Endlosschleife vom Band gespielt. (Kein entkommen!)

2. Der Weihnachtsmann ist dieses Jahr ein WALHAI: (Aber wo ist der weiße Rauschebart geblieben?)




3. Diese Quallen durften vor Tannenbaum-Kulisse ihre Kreise ziehen:

Freizeit
Katsu Curry Montag, 27.11.2006, 08:14 Uhr
Heute gabs bei mir zu Mittag eins meiner hier entdeckten Lieblingsgerichte:



Curry-Reis mit Schnitzel. Sieht schlicht aus, schmeckt aber verdammt gut!

"Hitotsu Katsu Curry kudasai!" (Ein Schnitzel-Curry bitte!)
Essen
Braumeister Montag, 27.11.2006, 08:07 Uhr
Am Sonntag entdeckte ich in der Straßenbahn folgende neue Werbung:



Die große, bekannte Kirin-Brauerei hat sich also entschlossen, eine neue Biermarke auf den japanischen Markt zu bringen, die mit einem markanten, deutschen Erscheinungsbild Käufer finden soll.

Natürlich kann der gewöhnliche Japaner den Text nicht lesen, aber ich habe mir mal die Mühe gemacht, genauer hin zu schauen.

Auf dem Produkt finden sich folgende deutsche Sätze:

"Weiter trinken"
"Qualität ist unser Prinzip"
"Dreierlei Hopfen - ein Genuss"

Ganz unten, besonders deutsch in Fraktur gesetzt:
"Dieses Bier, gebraut von unserem besten Braumeister, kompromisslos nach seinen Idealen"

Alles in allem ein recht amüsantes Produkt. Den Werbespruch "Weiter trinken" würde sich wohl keine deutsche Brauerei auf ihre Produkte zu schreiben trauen.
Aber: "Dreierlei Hopfen - ein Genuss" hat mich überzeugt! Dieses Bier muss ich unbedingt mal ausprobieren!!

Die Werbung in einer höheren Auflösung
Werbung, Kurioses
Tanuki Montag, 27.11.2006, 07:36 Uhr
Hin und wieder sieht man hier ulkige Statuen, die ich auch fotografisch festgehalten habe:



Jetzt habe ich endlich Details über sie erfahren:

Sie heißen Tanuki.

Tanukis sind Fabelwesen, die als Glücksbringer vor manchen Geschäften oder Restaurants stehen.
Ihr hervorstechendes Merkmal sind ihre überdimensionierten Hoden. (Der große, schwarze Sack zwischen den Beinen der bis auf den Boden reicht)
Dies ist kein Symbol der Sexualität, sondern des Glücks.
Vorlage für diese Fabelwesen sind die realen Tanukis, in Japan und anderen Teilen Asiens heimische Marderhunde.

Die Fabel-Tanukis werden als "derbe, draufgängerische Gesellen" beschrieben.
In der einen Hand halten sie eine Flasche Sake, in der anderen einen Schuldschein, mit dem der Tanuki seinen Sake erwirbt, aber nie bezahlt.
Der Wanderstab und der Hut zeichnen sie als Vagabunden aus.

Es gibt Abbildungen auf denen Tanukis ihre Hoden wie einen Sack über die Schulter geworfen haben, auf anderen Abbildungen nutzen sie ihn als Trommel. (Aua!)
Wenn sie wütend werden, können sie ihn auch als Schlagwaffe benutzen!!


Andere Abbildungen:


http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3c/Tanuki_pottery_statue.jpg


Quellen:
Deutsche Beschreibung auf www.univie.ac.at
Englischer Wikipedia-Artikel
Kurioses
All Night Party Mittwoch, 22.11.2006, 23:06 Uhr
Komme grade von einer All-Night-Party, und möchte den Abend nun bloggen, so lange die Erinnerung noch frisch ist.
Wir haben 5:30 Uhr morgens. Eigentlich würde ich jetzt viel lieber schlafen, bloß mein tolles Wohnheim macht erst wieder um 6:30 Uhr auf.
Anstatt mich also 1 1/2 Stunden lang vor mein Wohnheim in die Kälte zu setzen und zu warten, bin ich eben zur Uni ins Labor gefahren, was sowieso auf dem nach Hause Weg lag.

Also, Gestern/diese Nacht gabs ne Party, der Anlass ist mir unbekannt, aber zumindest ist heute Feiertag. Vielleicht ist das ja schon ein hinreichender Grund zum Feiern.

Wir waren Anfangs etwa 50 Personen aus drei verschiedenen Labors.
Judith, Kayo und Wolfram, die üblichen Verdächtigen also, waren dieses mal NICHT mit dabei, weil sie im Ishiguro-Labor arbeiten und somit nicht eingeladen waren.


Die Feier begann mit einem Besuch einer Bowling-Bahn:



Man konnte sich als Kegel kostümieren:


Knapp wurde es übrigens bei der Auswahl der Bowlingschuhe. Meine europäischen Latschen passten genau in die größte zur Verfügung stehende Nummer.
Ich kenn aber Leute in Deutschland die haben größere Füße. Die hätten wohl draußen bleiben müssen...

Es ist einige Jahre her das ich gebowlt habe, somit war meine Leistung eher bescheiden. Als ich langsam wieder warm wurde, wars mit dem Bowling leider schon wieder vorbei.


Denn es ging weiter zum Abendessen in ein Restaurant:





Mit leckeren Speisen:


(Yakitori = gegrillte Hähnchenspieße)




Dann wurden diejenigen drei, die die meisten Punkte beim Bowling erzielt hatten, mit Preisen bedacht.
Nun scheint es in Japan wohl üblich zu sein, nicht nur die drei Besten, sondern auch den VORLETZTEN zu ehren.
Warum ausgerechnet den Vorletzten? Weil er es geschafft hat, NICHT der Letzte zu sein, was ja eine Schande wäre. Somit ist der Vorletzte zu beglückwünschen.

Und wer war dieser glückliche?
Ich!

Damit hatte ich natürlich nicht gerechnet...
Jedenfalls hatte ich plötzlich eine Riesentüte japanischer Chips in der Hand:





Es gab viel alkoholisches zu trinken in dem Restaurant, jedenfalls für japanische Verhältnisse.
Den meisten Ostasiaten fehlt ja ein Gen zum beschleunigten Abbau von Alkohol, weshalb sie nicht so trinkfest sind wie Europäer.

Man sagt, das läge daran das die Asiaten schon vor 2000 Jahren so schlau waren ihre Getränke durch erhitzen haltbar zu machen, während die Europäer nichts anderes als Alkohol kannten.
Ein gewöhnlicher Europäer des Mittelalters hat ja täglich Bier oder Wein konsumiert, da es keine anderen haltbaren Getränke gab.
Somit hat sich eine genetische Mutation, die den Abbau des Zellgiftes Alkohol beschleunigt, bei unseren Vorfahren in den letzten Jahrtausenden durchgesetzt, während sie bei den Asiaten nicht notwendig war..

Wie auch immer, der Konsum von Bier und Sake führe zu einer ausgelassenen Stimmung, was sich in folgenden Bildern vielleicht ein bisschen wiederspiegelt:


(Dieser Student wollte beweisen das er ganz viel rohen Wasabi (ziemlich scharfen Meerrettich) essen kann.)


(Ihm wars wohl zu hell oder zu laut?)




Nach Mitternacht war der Besuch des Restaurants beendet und es ging zum Abschluss in eine große Karaoke-Bar, das "Shidax".
(Man muss dazu sagen das die feiernde Gesellschaft mit voranschreitender Stunde immer kleiner wurde.)

Hier zwei Bilder aus der Karaoke-Bar:






Im Katalog der Karaokelieder gab auch einige Hundert, wenn nicht Tausend, englische Lieder zur Auswahl. (Und ein deutsches: "99 Luftballons" von Nena)

Ich habe die Anwesenden mit meinem zauberhaften Gesang beglückt, indem ich Lieder wie z.B.:

"Chris Isaac - Wicked Game",
"U2 - New Year's Day",
"Queen - We Will rock You",
"Queen - Radio Ga Ga",
"Beatles - Let It Be",
oder
"Red Hot Chili Peppers - Under The Bridge"

geträllert habe.

Um 4:30 lief die Zeit für unsere gemieteten Karaoke-Zimmer aus, und die Party war somit zu Ende.

Wie ganz zu Anfang dieses Eintrags geschrieben, bin ich dann ins Labor geradelt.
So, mittlerweile ist es auch schon 6:45 Uhr, mein Wohnheim hat schon seit einer Viertelstunde geöffnet und ich könnte schon längst in meinem schönen, weichen Bettchen liegen und schlummern. Stattdessen sitz ich immer noch an diesem Blog-Eintrag...

Oyasumi nasai!! (Gute Nacht!!)



Ach ja, die Chips sind schon alle weg...
Party
I'm alive Mittwoch, 22.11.2006, 08:08 Uhr
Ja, mich gibts auch noch!

Also, letztes Wochenende waren wir in Kyoto.
Wir haben uns eine 400 Jahre alte Villa eines Kaisers angeschaut und einen buddhistischen Tempel.

Die Villa hatte einen großen Garten mit nun herbstlichen Bäumen:




Japanischen Teehäusern:




Und einem großen See:




Es wurde viel fotografiert:




Ein See der scheinbar im Nichts endet:




Nach dem Besuch der Villa wurde beraten wo wir als nächstes hin fahren:




Wir entschieden uns für einen sehr beliebten (und überlaufenen) buddhistischen Tempel.
Darin gab es einige Sandkästen, in denen sich offenbar ein paar große Kinder ausgetobt haben:




Der obere Sandhaufen soll das Wesen des Zen-Buddhismus verkörpern.
Diese Form von Buddhismus ist in Japan weit verbreitet.
Ich habe Zen, und diesen Sandhaufen, noch nicht wirklich verstanden, denjenigen die es interessiert empfehle ich den Wikipedia-Artikel darüber zu lesen.
Allgemeines
Tsunami Mittwoch, 15.11.2006, 13:10 Uhr
Allgemeines
Japanische Nationalisten Mittwoch, 15.11.2006, 08:19 Uhr
Das folgende Video habe ich Ende Oktober im Stadtteil Shinsaibashi aufgenommen.

Es zeigt einen Autokorso von japanischen Nationalisten, die mit ziemlich kräftigen Lautsprechern ihre Parolen kund taten:



Das Spektakel dauerte insgesamt etwa 10 Minuten. Der Inhalt ihrer Botschaft ist mir leider verborgen geblieben, aber sie klangen sehr erregt...
Kultur
Fragen & Antworten Dienstag, 14.11.2006, 14:03 Uhr
Auf dieser Website gibt es eine neue Rubrik:
Fragen und Antworten

Dort kann man mir Fragen stellen, die von mir in meiner bisherigen Berichterstattung hier nicht abgedeckt wurden, und die für andere Besucher der Website auch von Interesse sein könnten.
Website
Saza-e Video Montag, 13.11.2006, 09:47 Uhr
So, ich hab mich endlich mal dafür gesorgt dass ich hier im Blog Videos darstellen kann. Ich hoffe diese Lösung funktioniert auch.

Probieren wir es mal aus...

Zwei Videos vom Abend im Saza-e:





Auch wenn es für die Augen etwas anstrengend zu gucken ist, wer genau hin schaut kann auf den Videos jeden von uns vier Nachtschwärmern irgendwo entdecken.
Party
Saza-e Montag, 13.11.2006, 09:03 Uhr
Freitag Abend sind Kayo, Judith, Wolfram und ich mal wieder um die Häuser gezogen.

Zunächst haben Kayo, Wolfram und ich zusammen mit ein paar anderen Labormitgliedern gekocht (oder kochen lassen):



Der Name des Gastgebers (zweiter von rechts) ist mir leider entfallen.

Es gab eine Art japanischen Eintopf, sehr lecker:




Die Enge in japanischen Behausungen treibt lustige Blüten:



(Eine Toilette mit integriertem Waschbecken, wobei das Waschwasser den Wasserkasten auffüllt. Das macht nicht nur ein extra Waschbecken überflüssig, sondern spart auch noch Wasser!)

Gegen 22 Uhr haben wir drei uns dann von den anderen verabschiedet und sind in die Innenstadt nach Umeda gefahren, um uns mit Judith zu treffen und das "Saza-e" zu besuchen.
Kayo war noch nie in Ihrem Leben in einem japanischen Club/Disko, daher wollten wir das mal mit Ihr machen.

Judith hatte in einer englischen Zeitschrift über Osaka von diesem Saza-e gelesen, und dass dort am Freitag Progressive House Musik aufgelegt wird, von niemand geringerem als DJ Timo Maas.
Ich habe noch nie von Ihm gehört, aber angeblich soll er einer der besten 10 DJs der Welt sein. Jedenfalls ist er ein Deutscher und grade auf Japan-Tournee.

Eintritt war 20 Euro.

Bei den Schließfächern:



Ein der Bars von oben:



Insgesamt hat der Laden 3 Stockwerke, im obersten gibt es eine "Chill-Out-Area" mit Swimming-Pool:



Ein japanischer DJ (mit dem gleichen Notebook wie ich.)



Kayo und ich schwingen das Tanzbein: (Judith im Hintergrund)


(Da war es noch relativ leer auf der Tanzfläche)

Leicht bekleidete Vortänzerinnen gab es auch:



Der VJ (Video Jockey):



Als dann endlich Timo Maas hinterm DJ-Tresen auftauchte, wurde die Musik noch besser und die Tanzfläche voll:


(ER steht ganz rechts oben im Bild, ich habe es an dem Abend leider vergessen ein gutes Foto von ihm zu machen.)


Ein Teil der zappelnden Menge von oben (aus dem zweiten Stockwerk):



Judith im Getümmel:




Fazit: Der Laden war sehr schick von innen, die Musik war gut und die Stimmung ebenso.

Allerdings:
- der Laden scheint ein Magnet für alle Nicht-Japaner in Osaka zu sein, jedenfalls war der Ausländeranteil sehr hoch.

- wollte man sich an einem der Tische niederlassen, so kostet allein das Hinsetzen 1000 Yen extra (dennoch waren alle reserviert).

- all zu enger Körperkontakt auf der Tanzfläche wurde von dem omnipräsenten Security-Personal konsequent unterbunden.

- das Ende war sehr abrupt: Um 3 Uhr Nachts war Schluss! Timo Maas gab noch ein, zwei Zugaben, dann war es für das Security-Personal aber höchste Eisenbahn die Gäste möglichst schnell zu verscheuchen.


Da die ersten Bahnen nach Hause erst ab 6 Uhr fahren, sind wir die restlichen Stunden dann noch in einer Karaoke-Bar abgestiegen...
Party
Geburtstag Sonntag, 12.11.2006, 11:01 Uhr
Mittwoch war ja mein 24. Geburtstag, darüber möchte ich noch berichten:


Morgens habe ich Geschenke ausgepackt, es gab Geburtstagskarten und ein dickes Paket mit Gummibärchen (Danke Geli, Danke Achim).

Den Tag über war ich im Labor, zwischendrin mal eine Japanisch-Stunde, und Nachmittags gab es dann einen Geburtstagskuchen auf Serviette:



mit von der Mensa geborgten Gabeln.



Abends sind Noda, Kayo, Eri, Judith, Wolfram und ich in Osakas Innenstadt nach Namba gefahren.

Dort gibt es eine Brauerei mit angeschlossenem Lokal, die vier europäische Biersorten braut:

- Irisches Stout ("Guinness")
- Britishes Ale
- Tschechisches Pils
UND:
- Bayrisches Weizen

Also genau der richtige Ort, um mal wieder ein Weizen zu trinken:



(Das mit 4,50 Euro sogar bezahlbar war.)

Die anderen Biersorten wurden auch probiert, doch unsere japanischen Freunde bestätigten, dass das deutsche Bier eindeutig das Beste gewesen sei. (Selbstverständlich...)

Traditionelle Kost gab es auch noch:


(Würstchen mit Senf, Sauerkraut und Zwiebelen)

Anschließend ging es weiter durch die Innenstadt, wo dieses Gruppenfoto entstand:



Ziel unserer Reise war ein Pachinko.
Pachinkos sind Glücksspielhallen und ein Teil der japanischen Kultur, denn sie werden von etwa 15 Millionen Japanern regelmäßig besucht.
(Wikipedia Artikel)



Gespielt wird mit Kugeln:



an solchen Automaten:



Judith beim Spielen: (Noda erklärt wie es funktioniert)




Die Spielhallen sind EXTREM LAUT beschallt, und das Spiel war ziemlich eintönig.
Man hat nur ein Rad an dem man die Geschwindigkeit der Pachinkokugeln variieren kann.

Wer an Details interessiert ist, möge sich den Wikipedia-Artikel dazu durchlesen.

Mir hat dieses eine mal jedenfalls gereicht.



Anschließend haben wir ein gemütliches Restaurant mit koreanischer Küche besucht, vom dem es leider keine lohnenswerten Bilder gibt.



Zu guter letzt, so gegen 1 Uhr, haben wir uns dann aufgemacht, das "Round One" zu besuchen - ein Unterhaltungstempel auf 10 Stockwerken.

Man zahlt für die ganze Nacht 1200 Yen (8 Euro) Eintritt, und hat dann die Auswahl zwischen 3 Bereichen in denen man alles kostenlos benutzen kann:
3 Stockwerke Bowling
3 Stockwerke Karaoke
4 Stockwerke "Leisure"

Wir entschieden uns für den Leisure Bereich, der eine Vielzahl an Aktivitäten bietet:

- Tischfußball

- Darts

- Billard:





- Duschen

- Sauna

- Minigolf:



- Karaoke

- Fußball:



- Basketball

- Tennis

- Tischtennis

- Schießstand (Soft-Air Gewehre)

- Boxen:



- eine Manga-Comic Ecke mit gemütlichen Lesesesseln, die jedoch gefüllt waren mit Geschäftsmännern die dort schliefen!
(8 Euro für eine Nacht im Lesesessel mit langer Fußstütze sind erheblich günstiger als ein Hotel...)

Das scheint wohl immer so zu sein und wird vom Betreiber wohl toleriert (oder vielleicht gefördert, denn wozu gibt es sonst neben Bowling-Tischen Duschen und Sauna??).


- Und auf dem Dach des Hochhauses schließlich noch Baseball:




(Maschinen werfen einem Bälle zu.)

Abgesehen von Sauna und Dusche haben wir so ziemlich alles ausprobiert, es hat viel Spaß gemacht und eh man sich versah war es auch schon 6 Uhr Morgens.
Dann macht der Laden zu, und in der U-Bahn fahren wieder die ersten Züge.

Somit endete der Tag (der nach deutscher Zeitrechnung erst 2 Stunden später zu Ende war) dort, und wir machten uns auf dem Heimweg...
Freizeit
DER MENSAREPORT Mittwoch, 08.11.2006, 08:19 Uhr
Eine Fotoserie in 9 Bildern

Eine unserer Mensen:




Leckere Aussichten erwarten einen schon beim Anstehen:



Aber 200 Yen (1,30 Euro) für ein Stück Kuchen sind etwas teuer.


Die Schlange ist zwar lang:




Aber man kommt schnell voran!


Was soll ich heute bloß essen?



(Vor allem wenn man Schwierigkeiten hat, die Namen zu lesen und sich zu merken)


Die pfiffige Lösung: Das Nummernsystem!



Von den unzähligen Gerichten werden 15 Gerichte mit Nummern versehen. Einfach gucken was am besten aussieht, und sich dann aus der Box links unten im Bild die dazugehörige Karte ziehen.
Gott sei dank werden die 15 so angebotenen Gerichte immer mal wieder ausgewechselt...


Nachdem man sein Essen dann bekommen hat, ab zur Kasse:




Dann noch schnell zur Gewürz- und Dressing-Ecke:




Einen Platz suchen:




Und voilà:



Pommes mit Riesen-Frikadelle für 300 Yen (2 Euro)... nicht grade die traditionelle japanische Küche, aber sehr lecker! Und ein bisschen japanisch wars ja mit der Miso-Suppe dazu doch noch...
Report
SPIEGEL ONLINE Dienstag, 07.11.2006, 10:41 Uhr
Nachrichten
Lake Biwa Samstag, 04.11.2006, 12:35 Uhr
Am Donnerstag Judith, Wolfram und ich an einem Ausflug für Internationale Studenten teilgenommen.

Mit dem Bus:


ging es zum "Lake Biwa" (der Bodensee unter den japanischen Seen).

Morgens um 9 ging es los, nach 2 Stunden fahrt kamen wir bei unserem ersten Ausflugsziel an, einer Bootstour durch einen seichten Fluss.



Danach ging es weiter in ein kleines, historisches Dorf, wo wir in einer Töpferei zu Mittig aßen.

Im Anschluss gab es noch eine etwa 2 stündige Führung durch das Dorf. Der nette Führer war des Englischen leider nicht mächtig, so dass ich über dieses Dorf leider nichts anderes zu berichten weiß als das es ziemlich alt und historisch ist und vor 500 Jahren mal eine koreanische Friedensdelegation auf der Durchreise zum japanischen Kaiser dort Station gemacht hat, und folgendes Gericht serviert bekam:


(Man beachte den eigenartigen Oktopus-Turm im Hintergrund.)

In der Stadt kamen wir an ein paar älteren Damen vorbei, die am Straßenrand saßen und die historischen Straßenzüge malten:





Ein Ausschnitt ihres Motivs:


In einem hübschen Innenhof haben wir dann ein Gruppenfoto von uns machen lassen, dass sehr schön geworden wäre, wenn der Fotograf es nicht verwackelt hätte:


Um 15 Uhr ging es wieder zurück, und Punkt 17 Uhr waren wir wieder am Ausgangspunkt der Reise angekommen.
(Sämtliche Termine auf der Reise wurden fast auf die Minute genau eingehalten, ich hielt dies zunächst für einen Zufall, man sagt mir jedoch japanische Reisen würden immer so präzise geplant und durchgeführt.)
Freizeit
Sandwichautomat Mittwoch, 01.11.2006, 02:01 Uhr
Darf ich vorstellen?

Der Sandwichautomat:



Dein bester Freund wenn Du um 23 Uhr feststellst dass Du noch kein Abendessen hattest, und alle Geschäfte auf dem Campus haben schon zu.
(Der Supermarkt schließt um 22 Uhr)
Campus
Wochenende Montag, 30.10.2006, 10:02 Uhr
Samstag haben Joschka, Guerra, Guerra's Frau, Judith, Wolfram und ich einen Ausflug nach Shinsaibashi gemacht.
Osaka hat zwei Innenstädte, Umeda im Norden und Shinsaibashi im Süden. Bisher kannte ich nur Umeda.

In Shinsaibashi waren wir im Apple Store:


Joschka hat sich einen iPod gekauft.

Dann sind wir durch die Fußgängerzone geschlendert:



Am Ende waren wir noch in Den-Den Town, einem großen Elektronik-Viertel.

Ein bisschen Engrish gabs auch:



Sonntag Abend haben wir mit Kayo ein traditionelles japanisches Restaurant besucht:



Sehr gemütlich und verwinkelt, mit kleinen, durch Papierwände separierten Räumen.
Nur die Musik passte nicht zum Ambiente. Es liefen z.b. die "Beasty Boys", "Wham!" oder auch "Queen".

Das Essen war lecker! U.a. gab es:

Oktopus:


Leckere gefüllte Teigtaschen (rechts):


Muschel an Schnittlauch:


Frittiertes Hähnchenfleisch:


Japanische Kartoffelpizza mit Fischeiern:
Freizeit
Pantoffelhackordnung Freitag, 27.10.2006, 08:26 Uhr
In Japan ist es üblich, dass man vor dem Betreten von nicht öffentlichen Räumen die Straßenschuhe aus- und dafür Pantoffeln anzieht.

So gibt es auch vor unserem Labor Schuhschränke:


Weil die Belegschaft hier im Labor in letzter Zeit etwas zugenommen hat, wurde am Montag der Schuhschrankreihe ein zusätzlicher Schuhschrank beigefügt.

Nun konfrontierte mich Gestern einer Kollegin mit einer Grafik des neuen Schuhschrankes, mit der Bitte, ich möge doch in der Grafik dort meinen Namen eintragen, wo ich in Zukunft meine Straßenschuhe zu platzieren gedenke. Einige Studenten hatten sich bereits in der Grafik eingetragen, aber Gott sei Dank fand ich noch einen günstigen leeren Platz in der zweiten Reihe von oben, ganz links.

Als ich dann Abends das Labor verließ, fielen mir Beschriftungen an den Schuhschränken auf, die ich bisher übersehen hatte:
Am Schuhschrank ganz links, der der Eingangstür am nächsten ist, steht "Professor Asada" und "Staff" drauf. Auf dem Schrank daneben steht "Doctors", daneben dann "Masters etc.".

Soll heißen: Nicht nur ist jeder Platz in den Schuhschränken fest vergeben, es gibt sogar noch eine Hackordnung unter den Schuhschränken. Je näher der Schrank an der Tür ist, umso wichtiger die Personen!

Mein neuer Platz ist übrigens im Schrank "Masters etc.", wobei ich meine Einordnung in die Kategorie "etc." nicht sehr schmeichelhaft finde.
Ich fordere ein Extraschild für Austauschstudenten!

Und was meinen meine Pantoffeln dazu?


Die Moral von der Geschicht: Japaner besitzen einen ausgeprägten Ordnungssinn. Was sich einem im übrigen auch noch in vielen weiteren Details des Alltags offenbart.
Aber darüber ein anderes mal mehr...
Japaner
Mobiltelefon Donnerstag, 26.10.2006, 03:47 Uhr
Seit ein paar Tagen bin ich Besitzer eines japanischen Mobiltelefons:



Das Beste daran: Ich kann darauf e-Mails empfangen.

Wenn mir jemand eine e-Mail an die Adresse:



schickt, habe ich sie ein paar Sekunden später auf meinem Handy.

Die e-Mail Adresse musste ich in Form einer Grafik darstellen, denn bei e-Mail Adressen die man im Klartext im Internet veröffentlicht, bekommt man sehr schnell eine Flut von unerwünschten Spam-Mails.
(Es gibt leider Programme, die permanent das Internet nach e-Mail Adressen durchforsten.)
Allgemeines
Mogelpackung Donnerstag, 26.10.2006, 03:25 Uhr
Verpackungen in Japan sind manchmal der letze Beschiss:



Man beachte das eklatante Missverhältnis zwischen dem großzügigen Format der Kartonschachtel und der im Vergleich dazu etwas kurz geratenen Plastikform.
(Ok, ein paar Kekse hatte ich zum Zeitpunkt der Aufnahme schon verzehrt, aber trotzdem...)

Zudem steht auf vielen Produkten das Gewicht nicht drauf. (Zumindest kann ich keine Angabe in arabischen Ziffern entdecken.)

In Deutschland beschwert man sich ja gerne mal über die Regulierungswut des Staates, dass es für jeden Fliegenschiss einen Paragrafen gibt, der ihn regelt.
Erst wenn man im Ausland ist, und zum Beispiel auf solche Mogelpackungen stößt, die in Deutschland von der Verpackungsordnung verboten wären, lernt man den ein oder anderen Paragrafen zu schätzen.
Diverses
Rediscover the web Mittwoch, 25.10.2006, 03:34 Uhr
Werbung für eine gute Sache:

Allen Besuchern meiner Internetseite, die sich gerne schnell, sicher und bequem durchs Internet bewegen möchten, empfehle ich, den Gestern veröffentlichten Mozilla Firefox 2.0 Webbrowser zu installieren. Natürlich kostenlos...

Link: http://www.mozilla.com/
Internet
Expo Park Montag, 23.10.2006, 14:55 Uhr
Letzten Samstag haben Wolfram, Judith und ich zusammen mit Eri und Kayo den Expo Park besucht.

Eine ziemliche große, grüne Parkanlage mit einer beeindruckenden Statue am Eingang:



Das zerquetschte Gesicht soll die Sonne sein, auf der Rückseite gibt den passenden Mond dazu.

Ein Baum im japanischen Garten:




Picknick gabs auch:





Mehr Fotos gibt es hoffentlich bald in meiner bisher etwas vernachlässigten Galerie zu sehen.
Freizeit
Japanische Esskultur Donnerstag, 19.10.2006, 14:24 Uhr
Links
Engrish 1 Donnerstag, 19.10.2006, 13:14 Uhr
Engrish:
Engrish ist die leicht humoristische Bezeichnung für insbesondere von Asiaten gesprochenes/geschriebenes fehlerhaftes Englisch. Häufig bezieht sich der Begriff Engrish auf syntaktisch und/oder orthographisch nicht korrekte englischsprachige Schlagwörter oder Sätze. Nicht selten werden besonders in Japan englischsprachige Sätze z.B. in der Werbung und Populärkultur als Designelement benutzt und oft unverstanden falsch niedergeschrieben.
(Zitat Wikipedia)

Just in einem Kaufhaus hier in Osaka entdeckt:



Die Pantoffel für Greenpeace-Hasser!
Nieder mit der Öko-Bewegung!
Birkenstock - Nein danke! :-)
Gemüse? Ökos? Vegetarier? Oh, I don't like them!

Wer noch mehr Engrish sehen möchte:
http://www.engrish.com/

Der dazugehörige Wikipedia Artikel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Engrish
Engrish
Mein neuer heißer Schlitten Donnerstag, 19.10.2006, 13:03 Uhr
3 Gänge, 2 Räder, 2, Bremsen, 1 Klingel, 1 Korb und eine extra lange Sattelstange für große Menschen:

Allgemeines
Japanisch für Blog Leser - 1 Mittwoch, 18.10.2006, 13:26 Uhr
Thema der ersten Stunde:
- Wir stellen uns vor -

Hajimemashite.
Watachiwa Peter desu.
Doitsu-jin desu.
Doozo yoroshiku.

Neue Vokabeln:
Hajimemashite = Wie geht es Ihnen?
Watachi(wa) = Ich
Desu = sein
Doitsu-jin = Deutscher
Doozo yoroshiku = Schön, Sie kennenzulernen.

Anmerkungen zur Ausprache:
Das "u" am Ende von "desu" wird nicht ausgesprochen.
Japanisch
Eindrücke Dienstag, 17.10.2006, 14:41 Uhr
Kaum zu glauben, aber Morgen bin ich schon seit zwei Wochen hier.

Was mir in den letzten zwei Wochen aufgefallen ist:

- Für Fahrradfahrer gibt es keine Verkehrsregeln.
In Japan herrscht Linksverkehr. Fahrradfahrer scheint dies jedoch nicht zu interessieren. Die fahren gerne und ohne erkennbares Muster mal auf der linken, mal auf der rechten Seite der Fahrbahn, und ebenso selbstverständlich nutzen sie die Bürgersteige. Die Autofahrer scheint dies auch nicht zu stören, oder sie sind es nicht anders gewöhnt.

- Die Sonne geht hier viel früher unter als in Deutschland. Um 17 Uhr beginnt die Dämmerung, und um spätestens 18 Uhr ist alles dunkel. Das passt nicht zu den angenehmen, sommerlichen Temperaturen von etwa 20-25 Grad die hier herrschen.

- Hier sieht man keine Obdachlosen in der Stadt.
Im Gegensatz zu Deutschland sieht man hier in den Bahnhöfen oder Fußgängerzonen niemanden der bettelt oder in der Ecke liegt. Kajo, eine Studentin aus dem Ishiguro Lab, meint, es gäbe hier schon Obdachlose, aber denen würde man das nicht ansehen und diese würden sich möglichst unauffällig verhalten.

- Maschinen sind sehr gesprächig.
Wenn man einen Aufzug betritt, ertönt die Stimme einer freundlichen Dame: "Achtung! Ich schließe mich jetzt!", und "Achtung! Die Tür öffnet sich!" bevor man den Aufzug wieder verlässt.
LKWs blinken nicht nur, sondern sagen auch gerne: "Achtung! Ich biege nach links ab!". (Natürlich alles auf japanisch)
Und in den Straßenbahnen gibt es keine Ansagen vom Band, sondern ein Aufpasser/Ansager informiert ausführlich über den nächsten Haltepunkt und öffnet/schließt die Türen.

- Die Straßenbahnen sind sehr pünktlich und zuverläsig.

- Auf jedem Bürgersteig, auf jeder Brücke, an jedem Zebrastreifen und an jeder Treppe gibt es gelbe Streifen am Boden mit einem Streifen- oder Punkteprofil, dessen Struktur man beim darüberlaufen leicht erfühlen kann. Dieses System ist eine Hilfe für blinde Menschen, die so ertasten können wo der Weg langgeht, oder wann ein Hindernis kommt.
Allgemeines
Wolframs Fotos Samstag, 14.10.2006, 08:02 Uhr
Allgemeines
Osaka Expo '70 / Monorail / Party Samstag, 14.10.2006, 06:55 Uhr
Gestern (Freitag) haben Wolfram und ich die Osaka Monorail ausprobiert:



Ein hässliches Ungetüm von einer Eisenbahn, genauer gesagt einer Ein-Schienen-Bahn auf Stelzen, gebaut Ende der 60iger Jahre für die Expo '70 in Osaka. So hat man sich damals wohl das Schienen-Verkehrsmittel der Zukunft vorgestellt. Irgendwie hat sich das Konzept aber bisher nicht ganz durchsetzen können...




Abends gab es dann nochmal eine Abschiedsparty für Freerk, den Holländer, der Heute (Samstag) Morgen dann mit KLM zurück nach Amsterdam geflogen ist.

Wir waren in verschiedenen Lokalen, angefangen hat es aber mit einem netten kleinen Restaurant mit einem ziemlich verrückten Besitzer.
Der Mann war eine One-Man-Show: Koch, Ober, Gaukler und Artist in einem.
Abgesehen davon, dass er ständig irgendwelche Witze gemacht hat, ist er gerne auf seinen Einrichtungsgegenständen herumgesprungen und hat das Essen vorzugsweise seinen Kunden zugeworfen. (Z.b. Reisbällchen mit Füllung in Seetang-Hülle).




(Das was Wolfram da grade in den Mund nimmt ist ein AUGE von dem ganzen Fisch auf dem Bild darüber. Soll angeblich eine ganz besondere Delikatesse sein. *würg*)

Für seine weiblichen Gäste gab es kleine Geschenke und für alle Nicht-Japaner gab es überraschender Weise am Ende noch ein ziemlich mächtiges, saftiges, ordentlich gepfeffertes Steak:

Freizeit
Besuch von Citizen Freitag, 13.10.2006, 13:23 Uhr
Heute hatten wir, das Eco-Be! Team, Besuch von einer Delegation der Firma Citizen.
Lauter wichtig aussehende Geschäftsmänner mit Anzügen und großen, schwarzen Koffern.
Die haben uns über den Stand der Entwicklung der nächsten Eco-Be Roboter Generation informiert.

Bei der nächsten Roboter-Fussballweltmeisterschaft im Sommer 2007 sollen zum ersten mal
Wettkämpfe in der neu geschaffenen Eco-Be-Liga ausgetragen werden. Bisher haben weltweit 20 Teams Bewerbungen zur Teilnahme an der Eco-Be-Liga eingereicht.
Im November sollen erste Prototypen der nächsten Eco-Be Generation fertig sein, und bis Januar sollen dann für die bis zu 20 Teams jeweils 15 Eco-Be's hergestellt worden sein.

Da unser Erato-Labor hier von Prof. Asada geleitet wird, und Prof. Asada gleichzeitig auch Gründer der RoboCup Roboter-Fussballweltmeisterschaft ist und den Vorsitz in der RoboCup-Organisation hat, hat unser Eco-Be! Team eine Vorreiterrolle. (Zumal Guerra es war, der die Idee einer Eco-Be-Liga vorangetrieben hat, in dem er mit einem ersten
Prototypen des gesamten Spielfeldes inkl. Kamera, Infrarot-Sensoren, etc. die Machbarkeit der Eco-Be-Liga bewies. Citizen hat ihn bei diesem Prototypen natürlich so gut es ging
unterstützt, da der RoboCup eine prima Plattform für die Eco-Be's ist.)

In den nächsten Monaten, bis zur Fertigstellung aller Eco-Be's im Januar, müssen wir die Teilnehmer in der Eco-Be-Liga des RoboCup 2007 auswählen, die neuen Eco-Be Prototypen von Citizen testen und wir müssen das Software-Framework entwickeln, das alle teilnehmenden Teams im Januar zusammen mit den Eco-Be's geliefert bekommen.

Das Software-Framework ist ein Programmpaket, eine Art Fundament, auf das alle teilnehmenden Teams zurückgreifen können.
Dazu müssen wir uns untereinander und mit der Firma Citizen auf eine genau Spezifikation einigen. z.B. wie groß ein Spielfeld sein wird, oder wieviele Eco-Be's in einem
Team spielen werden.
Nachdem wir die genauen Regeln für die Premiere 2007 festgelegt haben, wird dann in Zukunft ein offizielles RoboCup Gremium über Regeländerungen in der Eco-Be-Liga entscheiden.
(2007 werden wir sicherlich noch einen kleinen Wettbewerbsvorteil haben, da wir ab Januar dann mit einem Software-Framework arbeiten werden, das wir selber geschrieben haben)



Unsere Besucher von Citizen haben des weiteren ein Kamera-Team mitgebracht, dass Interviews mit Guerra und Joschka gemacht hat sowie Aufnahmen von den Eco-Be's in Aktion.
Das Videomaterial wird zusammengeschnibbelt und in etwa einem Monat auf der Website von Citizen veröffentlicht.

Das ist nur ein Video in einer ganzen Reihe von Werbefilmchen über Eco-Be, die Citizen produziert hat.
Die Versionen mit englischem Untertitel kann man sich auf:

http://www.eco-be.com

angucken.
Arbeit
Neue Computer Donnerstag, 12.10.2006, 03:16 Uhr
Zum Thema Hardware-Ausstattung in diesem Labor:

Grade wurden hier im Büro vier 23 Zoll Apple Cinema Displays und vier Mac Pro angeliefert.

Für diejenigen, denen das nichts sagt: So ein Display kostet 1000 Euro, und der Mac Pro so etwa 2500 und ist der Traum vieler Computer-Fans.




Einer der glücklichen neuen Besitzer ist Joschka:



Erster Start:

Arbeit
Fotos von Judith Dienstag, 10.10.2006, 04:46 Uhr
Ich bin nicht der einzige der hier Fotos macht:

http://www.flickr.com/photos/14959174@N00
Allgemeines
Adresse Montag, 09.10.2006, 13:57 Uhr
Meine Postanschrift:

Matthias Bohnen, C512
Senri International House
B49-101, 1-2, Satakedai, Suita City
Osaka 565-0855
Japan
Allgemeines
Osaka Castle Sonntag, 08.10.2006, 21:52 Uhr
Heute (Sonntag), haben wir unseren ersten Ausflug in die Innenstadt von Osaka gemacht, uns in der Touristen-Information mit Infomaterial eingedeckt und sind erstmal zur Burg von Osaka gefahren.



Burgen in Japan sind für gewöhnlich in der Stadt, und nicht außerhalb. Um die Burg herum ist ein großer Park mit Mauern, Wassergräben, etc.:





Auf obigem Foto sieht man ein Modell der ersten Burg von Osaka (1579-1615). Diese wurde in einem Krieg 1615 niedergebrannt, platt gemacht und an gleicher Stelle eine neue, noch größere errichtet. Diese zweite Burg ist dann in den folgenden Jahrhunderten durch einige Brände stark zerstört worden.
Im 20. Jahrhundert wurde dann eine möglichst originalgetreue Kopie aus Beton (!) errichtet.
Der Besuch lohnt sich, vor allem die Ausstellungsstücke aus dem 16./17. Jahrhundert im Inneren der Burg sind interessant.
Freizeit
Karaoke II Samstag, 07.10.2006, 18:32 Uhr
Mein Bewerbungsvideo für Deutschland sucht den Superstar:

- Error, old video version -

(Jaja, übel...)
Party
Karaoke I Samstag, 07.10.2006, 15:37 Uhr
Gestern (Freitag) Abend hatte Prof. Ishiguro das ganze Labor zur einer Party eingeladen.
Zum einen wurde unsere Ankunft gefeiert, zum anderen der Abschied von Freerk, einem Studenten aus Holland, der das Labor nächste Woche nach 6 Monaten wieder verlässt.

Erstmal wurde an der Uni gegrillt:





Anschließend ging es in eine Karaoke-Bar:

- Error, old video version -

Da wurde dann bis 6 Uhr Morgens Karaoke gesungen... das ist wohl so üblich.

Nächste Woche sollen angeblich weitere Austauschstudenten aus England kommen, und angeblich soll es dann eine Neuauflage geben. :-)
Party
Eco-Be! Freitag, 06.10.2006, 16:27 Uhr
Ich muss mich korrigieren, es heißt "Eco-Be!" und nicht "Eco-Bee".

Hier ein Video das ich gemacht hab von den Eco-Be's in Aktion:

- Das video habe ich wieder gelöscht, da man hier in den Labors nicht fotografieren oder gar filmen soll -

Das ganze Projekt wird von der Firma Citizen gesponsort. Die stellen normalerweise Uhren her, haben aber ein Interesse, ihr Know-How in der Fertigung von Miniatur-Motoren etc.
zur Herstellung von kleinen Robotern zu nutzen. Die wollen langfristig aus diesen Eco-Be's ein Kinderspielzeug machen. (Vielleicht sowas wie eine moderen Variante von Tipp-Kick,
bloß mit kleinen Robotern die ferngesteuert rumfahren.)
Daher sieht man in diesem Video, wie die Eco-Be's nicht selbstständig Fussball spielen, sondern von Labormitarbeitern mit Gamepads gesteuert werden.
Für meine Forschung ist das auch nicht uninteressant, denn es wäre z.B. denkbar das 3 von Menschen ferngesteuerte Eco-Be's gegen 3 vom Computer gesteuerte Eco-Be's Fussball spielen.
Dann könnte der Computer die Spielzüge der Menschen analysieren, und versuchen daraus zu lernen.
Arbeit
Mein Zimmer Freitag, 06.10.2006, 09:30 Uhr
Mein Zimmer im Wohnheim:



Die Gemeinschaftsküche:





Alles in allem ist dieses Wohnheim etwas in die Jahre gekommen. Der Zustand der Gemeinschaftsküchen in unserem Wohnheim ist unter den Studenten mit denen ich bisher gesprochen habe berühmt berüchtigt.

Wir sind bereits auf der Suche nach einer besseren Unterkunft...
Wohnheim
Google Earth Freitag, 06.10.2006, 03:26 Uhr
Meine Zimmer im Studentenwohnheim:
34° 47' 24'' N
135° 30' 38'' O

Die S-Bahn Station:
34° 47' 35'' N
135° 30' 31'' O

Der Campus:
34° 49' 20'' N
135° 31' 25'' O
Alltag
Konichi-wa! Donnerstag, 05.10.2006, 19:14 Uhr
Da bin ich! Sitze an meinem eigenen Schreibtisch im Erato-Lab der Universität Osaka.



Wir sind Gestern Abend nach insgesamt 27 Stunden Reise in unserem Studentenwohnheim angekommen.
Leider haben wir noch keine Matratze/Decke/Kopfkissen, ergo war die Nacht auf einer Behelfsdecke eher... rustikal.
Vom Studentenwohnheim sind es 3 U-Bahn Stationen für 150 Yen (1 Euro) bis zum Campus.
Heute Morgen hat uns Joschka (der schon länger in Osaka ist und hier seinen Doktortitel macht) uns den Campus gezeigt. Der Campus ist riesig, eine eigene kleine Stadt mit diversen Hochhäusern, Straßen, Restaurants, Busstationen, etc.

Mittags waren wir dann in einer der Mensen essen:




(Joschka)

Anschließend haben wir uns die Labore anschaut.
Da wäre zum einen das Labor von Prof. Ishiguro, wo man einen Geheimcode kennen muss die Tür öffnen zu können.
Innendrin ist es vollgestopft mit Technik und Sensoren. Es stehen Androiden und Roboter herum, überall Kameras, und im Boden sind Druck-Sensoren eingebaut so dass
man die Schritte jeder Person nachvollziehen kann.
Die Roboter können auf die Sensordaten und die Kamerabilder zugreifen, so weiß ein Roboter z.B. wenn jemand das Labor betritt, und könnte der Person entgegen eilen und sie begrüßen/durch das Labor führen...

Desweiteren gibt es das alte Labor von Prof. Asada, das jetzt von einem Junior-Prof geleitet wird, dessen Name mir spontan entfallen ist.
In diesem Labor wird vor allem an zweibeinigen Robotern geforscht.

Und dann gibt es noch das niegelnagelneue "Erato"-Labor. Dieses Labor befindet sich zwar auf dem Uni-Campus, ist aber von einer anderen Forschungs-Organisation finanziert. Geleitet wird es von Prof. Asada.
Hier gibt es auch diverse Roboter, vor allem humanoide, also menschenähnliche Roboter mit Armen, Beinen, usw.
(manche sogar mit künstlichen Stimmbändern)

Fotos der Labore reiche ich noch nach.

Judith und Wolfram arbeiten im Labor von Prof. Ishiguro.

Ich hingegen sitze hier im Erato-Lab und werde mit Joschka und Guerra (sprich: "Ge-ha"), einem Brasilianer der hier auch seinen Doktor macht, an den "Eco-Be's" arbeiten.
Eco-Be's sind kleine Mini-Roboter, etwas größer als ein Zuckerwürfel.
Man stellt einen großen Monitor horizontal auf, wie eine Tischplatte. Auf dem Monitor stellt man z.B. ein Fussballfeld dar, und die Eco-Be's sind die Fussballer und fahren auf dem Monitor herum. Eine über dem Tisch montierte Kamera nimmt die Eco-Be's beim fahren über den Monitor aus der Vogelperspektive auf. Ein Computer bekommt die Bilder der Kamera,
und extrahiert aus den Bildern 30 mal pro Sekunde die aktuelle Position jedes Eco-Be's, sowie des virtuellen Fussballs, der ebenfalls auf dem Monitor dargestellt wird.
Der Computer kann die Eco-Be's über Infrarot fernsteuern.

Der Plan ist, dass nun auf dem Computer für jedes Eco-Be ein Programm läuft. D.h. für 22 Eco-Be's laufen auf dem Computer 22 Programme die jeweils ein Eco-Be steuern. Und jedes Programm soll seinen Eco-Be so intelligent wie möglich Fussball spielen lassen. (Dazu gehört auch, dass die Programme die im gleichen Team sind sich taktisch gut absprechen.)
Diese Programme gilt es nun also zu entwicklen...

Ansonsten gibt es noch anderen Kram der zu erledigen ist. Ab November z.B. müssen Guerra und Joschka eine einmal pro Woche eine Gruppe von 60 Studenten betreuen, die Programmieren lernen sollen, und dazu sollen diese Studenten "irgendwas mit den Eco-Be's" machen.
Die beiden haben aber eigentlich mit ihren Doktorarbeiten genug zu tun, daher werde ich ihnen wohl bei der Betreuung dieser Studenten zur Hand gehen.

Gleich gehe ich mit Wolfram auf die Suche nach einem Supermarkt wo wir einige Besorgungen machen können.
Alltag
Fotos von der Abschiedsfeier Donnerstag, 14.09.2006, 15:10 Uhr
Eine erste Version meiner Galerie ist eröffnet, mit Fotos von der Abschiedsfeier...
Die Lohrbeeren für die hochwertigen Fotos gebühren Anja, Janni und Pino.
Viel Spaß damit!
Abschiedsfeier
Ergebnisse Japan für Fortgeschrittene VII Sonntag, 10.09.2006, 20:32 Uhr
Die gute Nachricht zuerst: Es haben alle bestanden!

Insgesamt gab es 19,5 Punkte, zum bestehen brauchte man 9,5 Punkte, was einer Übungsgruppe mit einer Punktlandung gelang.

Auf dem Treppchen:
Gold geht an Ria und Wolfram.
Eine souveräne Leistung mit fast voller Punktzahl.

Silber geht an Janni und Pino
Eine kreative Lösung mit originellen, und zumeist richtigen, Antworten.

Bronze geht an Nina und Dominik
Ganz knapp geschlagen von Janni und Pino müssen sie sich mit Platz drei begnügen.

Notenspiegel im einzelnen:
Wolfram Meffert, Mat.Nr. 203110026: Note: 1,3 (17,5 Punkte)
Ria Müller, Mat.Nr. 203110118: Note: 1,3 (17,5 Punkte)
Ioannis Mihailidis, Mat.Nr. 0190666666: Note: 2,3 (14,5 Punkte)
Giuseppe Zampella, Mat.Nr. 0800242424: Note: 2,3 (14,5 Punkte)
Nina Damasky, Mat.Nr. 203110137: Note: 2,6 (14 Punkte)
Dominik Grüntjens, Mat.Nr. 203110721: Note: 2,6 (14 Punkte)
Alexander Kohlheyer, Mat.Nr. 203110016: Note: 3,3 (11,5 Punkte)
Marcus Fritzen, Mat.Nr. 203110053: Note: 3,3 (11,5 Punkte)
Gunnar Falk, Mat.Nr. 007: Note: 3,6 (11 Punkte)
Anja Jentzsch, Mar.Nr. 3603350: Note: 4,0 (9,5 Punkte)
Lukas Hilbert Mat.Nr. 01906666: Note: 4,0 (9,5 Punkte)

Zu den Aufgaben:

Aufgabe 1:
In Japan leben z.Z. etwa 127 Millionen Menschen.
Alles zwischen 120 und 130 Millionen hätte volle Punktzahl gegeben.
Es kamen aber auch Antworten wie:
80 Millionen
15 Millionen (!!)

Aufgabe 3:
Der größte Teil der Textaufgabe besteht aus Blendgranaten. Relevant ist letzlich nur, dass Julia von Deutschland aus um 18 Uhr deutscher Zeit Anna in Japan anruft. Es galt also zu wissen, wie groß die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Japan ist: +8 Stunden.
2 Uhr Nachts war also die korrekte Antwort, was nur zwei Teams wussten.
Janni und Pino haben sich durch ein exzellentes Diagramm über die Verhältnisse der Personen einen Sonderpunkt verdient.

Aufgabe 4:
Der See an dem wir uns befanden ist:
- ein alter Steinbruch
- grün
- von Menschenhand erschaffen
- wirtschaftlich genutzt worden
- in einem Naturschutzgebiet
- (vulkanischen Ursprungs) (insofern ja, als der Basalt ein Vulkangestein ist)

Aufgabe 5: Die aktuelle Wassertemperatur betrug etwa 20 Grad, alles zwischen 18-22 Grad hätte volle Punktzahl gegeben, nur zwei Teams lagen voll daneben mit: "Arschkalt" bzw. "12 Grad"

Aufgabe 9/10: In Japan gibt es VIER offizielle Schriftsysteme. 2 japanische (Hiragana, Katakana), 1 chinesisch/japanisches (Kanjii) und unsere Lateinischen Buchstaben zählen auch dazu!! (Romajii) Die meisten Teams haben 3 angegeben, nur Pino und Janni kannten die richtige Antwort.

Herzlichen Glückwunsch den Gewinnern!

Ich hoffe das ich in den nächsten Tagen Fotos von der Feier am See online stellen kann.
Abschiedsparty
www.mbohnen.de Sonntag, 10.09.2006, 20:22 Uhr
Ich habe meine erste eigene Domain! www.mbohnen.de!
Freitag Morgen, 07:55 Uhr war es soweit.
Meine neue Website ist auf diese Adresse umgezogen.
Wohlmöglich werde ich diese Domain bis an mein Lebensende behalten, also durchaus ein historischer Moment!
Website
Website 5.0 Dienstag, 05.09.2006, 16:40 Uhr
Da ist sie nun, meine neue Website.
In diesem Blog will ich allen Interessierten in den nächsten 6 Monaten aus meinem Leben in Japan berichten.
Allgemeines, Website