Iran Open, Teil 1 Mittwoch, 02.04.2008, 20:29 Uhr
Wir sind Montag Abend gesund und munter in Teheran gelandet. Der Flug in einem etwas betagten Airbus A300 verlief unspektakulär.
Das Visum vor Ort zu bekommen war kein Problem, man hatte unsere Ankunft wohl angemeldet.

Am Flughafen wurden wir von einem vierköpfigen Komittee empfangen. Alles sehr förmlich und übertrieben höflich. Mit Chauffeuren ging es dann auf die Fahrt nach Qazvin. Ich dachte immer, die Iran Open würden in Teheran selbst statt finden, dies ist jedoch nicht der Fall.
Qazvin liegt ca 150 Autobahnkilometer nordwestlich von Teheran.

Die Fahrt dorthin war interessant. Eine funktionierende Straßenverkehrsordnung scheint es hier nicht zu geben. Autobahnspuren werden ignoriert, Blinker sind überflüssig. Beim Überholen macht man umfangreichen Gebrauch der Lichthupe. Auf- oder Abfahrten an den Autobahnen gibt es nicht. Der iranische TÜV scheint auch nicht sonderlich streng zu sein, wenn man sich so manche Rostlaube auf der Straße anschaut.

Ich habe hier in zwei Tagen noch keinen einzigen Fahrradfahrer gesehen. Habe mir sagen lassen die Leute würden darüber lachen wenn sich jemand auf einem Fahrrad abstrampelt anstatt das Auto zu nehmen. Der Liter Benzin kostet übrigens ca. 20 Eurocent.

Das Leben hier gestaltet sich für uns recht umständlich. Man ist sehr unselbstständig, oder wird so gehalten. Es sind immer Übersetzer um einen herum, es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel und die Distanzen z.B. vom Hotel zur Uni sind recht groß, so dass man ständig einen Chauffeur braucht. Der Transportwunsch muss dann natürlich erst mal dem Übersetzer mitgeteilt werden, welcher dann die Fahrt organisiert. Wenn man nur mal eine Schere braucht, dauert es eine Stunde bis sie jemand besorgt hat. Die Leute um uns herum sind alle sehr bemüht und es herrscht ein Kompetenzgerangel. Wir hatten heute sieben verschiedene Übersetzer um uns herum. Der Assistent des Organisationschefs, der Pressebeauftragte, ein Student aus unserer Liga, ein offizieller männlicher Übersetzer, eine offizielle weibliche Übersetzerin etc. Insgesamt nehmen 250 Teams an den Iran Open teil, davon kommen aber nur sechs aus dem Ausland. Und so fühlen sich wohl einige Leute berufen uns zu betreuen.

Wie eben erwähnt sind wir in einem Hotel in der Innenstadt untergebracht.

Dienstag war "Nature Day", der letzte Feiertag der Neujahrsferien (Neujahr war hier vor 2 Wochen). An diesem Tag fahren die Familien traditionell raus in die Natur. So sind auch wir mit unseren Betreuern an einen hübschen Ort am Rande der Stadt gefahren.

Heute war unser erster Tag an dem wir in die Uni konnten. Von morgens 10:00 an haben wir unser Mixed Reality Setup zum Laufen gebracht. Bis auf den Bildschirm haben wir alle Hardware selbst mitgebracht.

Zum Essen ist zu sagen dass es nach 2 Tagen schon eintönig wird, scheinbar besteht jedes Mahl aus Reis mit Kebap, Gulasch oder Schaschlik.

Morgen ist nochmal Zeit um unser künstliche Intelligenz zu testen. Freitag werde ich eine Präsentation über unsere Arbeit in Koblenz geben. Samstag sind die Finale und die Abschlusszeremonie. Sonntag haben wir Zeit um uns Teheran anzuschauen und Montag früh geht es wieder zurück nach Deutschland.

Fotos habe ich einige auf meiner Kamera, aber grade nicht zur Hand. Ggf. werde ich in den nächsten Tagen welche nachreichen.
RoboCup, Iran, Uni