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Mattes Website - Blog
Konichi-wa! Donnerstag, 05.10.2006, 19:14 Uhr
Da bin ich! Sitze an meinem eigenen Schreibtisch im Erato-Lab der Universität Osaka.



Wir sind Gestern Abend nach insgesamt 27 Stunden Reise in unserem Studentenwohnheim angekommen.
Leider haben wir noch keine Matratze/Decke/Kopfkissen, ergo war die Nacht auf einer Behelfsdecke eher... rustikal.
Vom Studentenwohnheim sind es 3 U-Bahn Stationen für 150 Yen (1 Euro) bis zum Campus.
Heute Morgen hat uns Joschka (der schon länger in Osaka ist und hier seinen Doktortitel macht) uns den Campus gezeigt. Der Campus ist riesig, eine eigene kleine Stadt mit diversen Hochhäusern, Straßen, Restaurants, Busstationen, etc.

Mittags waren wir dann in einer der Mensen essen:




(Joschka)

Anschließend haben wir uns die Labore anschaut.
Da wäre zum einen das Labor von Prof. Ishiguro, wo man einen Geheimcode kennen muss die Tür öffnen zu können.
Innendrin ist es vollgestopft mit Technik und Sensoren. Es stehen Androiden und Roboter herum, überall Kameras, und im Boden sind Druck-Sensoren eingebaut so dass
man die Schritte jeder Person nachvollziehen kann.
Die Roboter können auf die Sensordaten und die Kamerabilder zugreifen, so weiß ein Roboter z.B. wenn jemand das Labor betritt, und könnte der Person entgegen eilen und sie begrüßen/durch das Labor führen...

Desweiteren gibt es das alte Labor von Prof. Asada, das jetzt von einem Junior-Prof geleitet wird, dessen Name mir spontan entfallen ist.
In diesem Labor wird vor allem an zweibeinigen Robotern geforscht.

Und dann gibt es noch das niegelnagelneue "Erato"-Labor. Dieses Labor befindet sich zwar auf dem Uni-Campus, ist aber von einer anderen Forschungs-Organisation finanziert. Geleitet wird es von Prof. Asada.
Hier gibt es auch diverse Roboter, vor allem humanoide, also menschenähnliche Roboter mit Armen, Beinen, usw.
(manche sogar mit künstlichen Stimmbändern)

Fotos der Labore reiche ich noch nach.

Judith und Wolfram arbeiten im Labor von Prof. Ishiguro.

Ich hingegen sitze hier im Erato-Lab und werde mit Joschka und Guerra (sprich: "Ge-ha"), einem Brasilianer der hier auch seinen Doktor macht, an den "Eco-Be's" arbeiten.
Eco-Be's sind kleine Mini-Roboter, etwas größer als ein Zuckerwürfel.
Man stellt einen großen Monitor horizontal auf, wie eine Tischplatte. Auf dem Monitor stellt man z.B. ein Fussballfeld dar, und die Eco-Be's sind die Fussballer und fahren auf dem Monitor herum. Eine über dem Tisch montierte Kamera nimmt die Eco-Be's beim fahren über den Monitor aus der Vogelperspektive auf. Ein Computer bekommt die Bilder der Kamera,
und extrahiert aus den Bildern 30 mal pro Sekunde die aktuelle Position jedes Eco-Be's, sowie des virtuellen Fussballs, der ebenfalls auf dem Monitor dargestellt wird.
Der Computer kann die Eco-Be's über Infrarot fernsteuern.

Der Plan ist, dass nun auf dem Computer für jedes Eco-Be ein Programm läuft. D.h. für 22 Eco-Be's laufen auf dem Computer 22 Programme die jeweils ein Eco-Be steuern. Und jedes Programm soll seinen Eco-Be so intelligent wie möglich Fussball spielen lassen. (Dazu gehört auch, dass die Programme die im gleichen Team sind sich taktisch gut absprechen.)
Diese Programme gilt es nun also zu entwicklen...

Ansonsten gibt es noch anderen Kram der zu erledigen ist. Ab November z.B. müssen Guerra und Joschka eine einmal pro Woche eine Gruppe von 60 Studenten betreuen, die Programmieren lernen sollen, und dazu sollen diese Studenten "irgendwas mit den Eco-Be's" machen.
Die beiden haben aber eigentlich mit ihren Doktorarbeiten genug zu tun, daher werde ich ihnen wohl bei der Betreuung dieser Studenten zur Hand gehen.

Gleich gehe ich mit Wolfram auf die Suche nach einem Supermarkt wo wir einige Besorgungen machen können.
Alltag