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Mattes Website - Blog
Ishidoga-oka Sonntag, 14.01.2007, 15:19 Uhr
Heute war schönes Wetter, und ich habe eine Fahrradtour unternommen. Ziel war, einen möglichst hohen Berg zu erklimmen, von dem ich einen schönen Blick auf Osaka habe.
Leider besitze ich kein Kartenmaterial das sich über die Bergketten rund um Osaka erstreckt. Also habe ich mir in Google Earth einen Berg ausgeguckt der vielversprechend aussah, habe mir den Weg dorthin grob eingeprägt und bin auf gut Glück losgefahren.

Für diejenigen, die Google Earth besitzen, hier die Koordinaten des Bergs:
34°52'25'' N, 135°29'32'' O

Zur Erinnerung hier nochmal die Koordinaten meines Labors, von dem aus ich gestartet bin:
34°49'25'' N, 135°31'18'' O

Der Berg ist Teil eines großen Massivs, das die Ausdehnung des Großraums Osaka nach Norden hin begrenzt.
Ich habe eben meinen Kollegen Nagura-san gefragt, ob diese Bergkette einen Namen hat. Entweder hat sie keinen, oder aber er wusste es nicht (ich tippe auf letzteres).
"Mein" Berg scheint aber einen Namen zu haben: Ischidoga-oka.

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Von ein paar kurzen falschen Abstechern abgesehen habe ich mein Ziel erreicht.

Mein Fahrrad ist leider nicht geländegängig und verfügt auch nur über drei Gänge, ich habe mich daher auf das befahren von asphaltierten Straßen beschränkt.
Bei einigen steilen Anstiegen habe ich mir gewünscht, ich hätte mein Mountain-Bike aus Deutschland dabei gehabt...


Zu Beginn meiner Reise machte ich ein paar Fotos von grünen Laubbäumen, die ich im letzten Blog Eintrag (über das Wetter) erwähnt hatte.

Das satte Grün in einem Park:



Etwas exotisches:



Ein kleiner Bambuswald:



Diese Bäume blühen sogar Mitten im Januar:



Als Kontrast hier ein Bild auf dem alles ziemlich kahl ist:




Die Bäume, die das ganze Jahr über Photosynthese betreiben und sich den Aufwand des Blätterabwerfens sparen müssten ja einen großen Vorteil gegenüber den anderen Laubbäumen haben. Sie sollten zumindest schneller wachsen.


Zurück zu meiner Fahrradtour:
Die Bebauung hier reicht bis direkt an die Füße der Berge und grenzt somit dicht an den Wald. Wie ich die Stadtgrenze hinter mir lies, wechselte ich auf eine Gebirgsstraße.

Ein kleiner Schrein am Wegesrand:



Wie ich so die Serpentinen erklomm, sah ich sie plötzlich:
AFFEN!



Eine ganze Sippe von Japanmakaken auf Wanderschaft.
Ich war ziemlich überrascht!

Auf japanisch heißen sie "Mantohihi". Sie sind eng verwand mit den Pavianen und sind die Affen mit dem nördlichsten Verbreitungsgebiet.

An Verkehrsregeln halten sie sich nicht:



Die Gitternetze, mit denen die Straße vor Steinschlag geschützt wird, sind eine prima Ketterhilfe:





Dieser hier schaute ein wenig traurig aus:



Sie scheinen Menschen gewöhnt zu sein und interessierten sich nicht für mich, guckten gelangweilt weg und machten auch keinerlei Anstände auszuweichen!
Die vorbeikommenden Autos fuhren entsprechend langsam, die japanischen Insassen schienen auch überrascht zu sein und machten mitunter Fotos, so wie ich.
Alltäglich scheint dieses Schauspiel also nicht zu sein, zumindest nicht in dieser Region.

Ich konnte mich den Affen bis auf wenige Zentimeter nähern, Anfassen habe ich lieber unterlassen. Die Geduld dieser flinken und putzigen, aber wilden Gesellen wollte ich nicht unnötig auf die Probe stellen.


Nach diesem Ereignis kam ich im weitern Verlauf meiner Tour an einem Tempel vorbei:



Und an einem Damm:



(Die Koordinaten des Damms in Google Earth: 34°51'35'' N, 135°28'38'' O)


Schließlich erreichte ich "Osaka Hokusetsuwaien", was so viel heißt wie "Osaka Nordfriedhof":



Diesen, ziemlich großen, Friedhof kann man in Google Earth gut erkennen, er erstreckt sich über den Nordhang des Ishidoga-oka, dem Ziel meiner Reise.
Als ich mir den Berg in Google Earth ausgesucht habe, war ich mir über die Bedeutung dieser Struktur nicht sicher, Friedhof war eine meiner Vermutungen.

Hier ein paar Fotos von der Anlage:







Ein x-beliebiges Grab:







Der Friedhof reicht bis zum Bergkamm, dort oben angekommen konnte ich leider nirgends eine Aussichtsplattform oder eine Erhöhung mit freier Sicht auf Osaka finden. Überall war die Sicht durch dichten Wald versperrt.
Dieser Berg ist in weitem Umkreis der höchste, weshalb ich ihn ja auch ausgesucht hatte. Ich kann nur spekulieren warum es keine Aussichtsplattform gibt. Vielleicht hat man Angst um die Friedhofsruhe, wenn eine solche Plattform viele Touristen (wie mich) anziehen würde?
Tja, und so ist das beste Foto mit Blick auf Osaka, das ich schießen konnte, dieses:



Nicht sehr beeindruckend...

So gesehen war meine Mission, einen Aussichtspunkt auf Osaka zu finden, nicht erfolgreich!
Aber der unerwartete Kontakt mit den Japanmakaken war toll. Und auch die Radtour an sich war eine feine Sache.
Freizeit, Fahrrad