Pantoffelhackordnung Freitag, 27.10.2006, 08:26 Uhr
In Japan ist es üblich, dass man vor dem Betreten von nicht öffentlichen Räumen die Straßenschuhe aus- und dafür Pantoffeln anzieht.

So gibt es auch vor unserem Labor Schuhschränke:


Weil die Belegschaft hier im Labor in letzter Zeit etwas zugenommen hat, wurde am Montag der Schuhschrankreihe ein zusätzlicher Schuhschrank beigefügt.

Nun konfrontierte mich Gestern einer Kollegin mit einer Grafik des neuen Schuhschrankes, mit der Bitte, ich möge doch in der Grafik dort meinen Namen eintragen, wo ich in Zukunft meine Straßenschuhe zu platzieren gedenke. Einige Studenten hatten sich bereits in der Grafik eingetragen, aber Gott sei Dank fand ich noch einen günstigen leeren Platz in der zweiten Reihe von oben, ganz links.

Als ich dann Abends das Labor verließ, fielen mir Beschriftungen an den Schuhschränken auf, die ich bisher übersehen hatte:
Am Schuhschrank ganz links, der der Eingangstür am nächsten ist, steht "Professor Asada" und "Staff" drauf. Auf dem Schrank daneben steht "Doctors", daneben dann "Masters etc.".

Soll heißen: Nicht nur ist jeder Platz in den Schuhschränken fest vergeben, es gibt sogar noch eine Hackordnung unter den Schuhschränken. Je näher der Schrank an der Tür ist, umso wichtiger die Personen!

Mein neuer Platz ist übrigens im Schrank "Masters etc.", wobei ich meine Einordnung in die Kategorie "etc." nicht sehr schmeichelhaft finde.
Ich fordere ein Extraschild für Austauschstudenten!

Und was meinen meine Pantoffeln dazu?


Die Moral von der Geschicht: Japaner besitzen einen ausgeprägten Ordnungssinn. Was sich einem im übrigen auch noch in vielen weiteren Details des Alltags offenbart.
Aber darüber ein anderes mal mehr...
Japaner