Heiligabend Montag, 25.12.2006, 07:57 Uhr
Judith, Wolfram und ich haben Anlässlich des Heiligen Abends "dem verrückten Japaner" einen Besuch abgestattet.

Der verrückte Japaner ist ein kleines, gemütliches Restaurant in Kita-Senri dessen richtiger Name uns unbekannt ist.
Der Besitzer hat aber nicht mehr alle Tassen im Schrank, daher die Name.



Wir bestellten ein Rundum-Sorglos Paket, bei dem man von ihm den ganzen Abend mit allerlei Köstlichkeiten bedient wird.
Unter anderem gab es einen Obstteller, gepfeffertes Steak, eine Nudelsuppe, Hühnchen-Nuggets, japanische Kroketten, und einen Grill-Teller:



Gegessen wurde übrigens aus Kindertellern mit "Winnie Pooh" Motiv:



Auf dem Grill waren auch zwei große Muscheln (namens "Saza-e"):



Da ich nicht der größte Fan von Muscheln bin, habe ich meinen beiden Begleitern den Vortritt gelassen. Nach einhelliger Aussage von Judith und Wolfram haben die Muscheln allerdings zu bitter geschmeckt.

Hier ein Video, wie Wolfram versucht seine Muschel zu öffnen:



Zwischendrin gab es Geschenke!
Wir alle bekamen "tolle" Disney-Halsbänder:



Judith bekam ein GANZES KLEID geschenkt:



(Blümchenkleider sind jetzt wieder in Mode)


Desweiteren mussten wir mit dem verrückten Japaner ein Gesellschaftsspiel spielen, bei dem reihum kleine Plastikschwerter in eine kleine Plastiktonne gesteckt wurden. Wenn man Pech hatte, wurde dabei ein Mechanismus ausgelöst, der die Plastikfigur in der Tonne herauskatapultierte.
Fortuna war Wolfram nicht Hold, er verlor sämtliche Runden bis auf die letzte (die ging an mich).
Die "Bestrafung" bestand darin, dass man mit einem Plastikhammer gehauen wurde:



Am Ende war Wolfi aber doch irgendwie der Gewinner des Spiels, und bekam eine Tüte Zuckerwatte:




Zum Abschluss noch ein Gruppenfoto:

Freizeit
Mid term exam Donnerstag, 21.12.2006, 08:26 Uhr
Heute fand die Zwischenprüfung von meinem Japanisch-Kurs statt.

Es gab einen schriftlichen und einen mündlichen Teil.

Im schriftlichen Teil wurde unser Wissen zur Verbkonjugation, Adjektivkonjugation und Te-Form geprüft.

Die Te-Form ist eine sehr vielseitige, aber ein bisschen komplizierte Ausdrucksweise des Japanischen.
An den Stamm eines Verbs wird ein "te" angehangen, was die Bedeutung des Satzes zu einer Bitte, zu einer Erlaubnis, zu einer Erlaubnisanfrage oder einem Verbot wandelt.

Ein schlichtes Beispiel:

taberu = essen

tabemasu = ich/du/er/sie/es isst

tabeTE = Bitte iss! ...
tabetemoiidesu = Darf ich essen?
tabetewaikemasen = Es ist verboten zu essen!

Zudem kann man mit der Te-Form mehrere Tätigkeiten verknüpfen.
Z.b. "Ich habe gefrühstückt UND bin zur Uni gefahren", wobei das erste Verb in die Te-Form gepackt wird:

Asagohan tabete daigaku ikimashita.
(Asagohan = Frühstück, daigaku = Uni, ikimashita = bin gegangen)


Leider ist die Sache mit dem "te" nicht ganz so regelmäßig, für Verben die auf "u" enden, und davon gibt es viele, wird das "te" auch mal anders geschrieben, z.B. "tte", "de", "ite", "ide", etc.

Um sich die Te-Form einzuprägen, hat uns unsere Lehrerin Fujisawa-sensei ein Lied gegeben, den "Te-Form Song".

Und ich muss sagen, es funktioniert :-)

Eine kurze Recherche im Internet hat ergeben, dass es auch noch einige Varianten von diesem Lied gibt, z.B. zur Melodie von "Oh Tannenbaum" (PDF).

Auf dieser Website kann man sich bei Interesse den Te-Form Song anhören.


In der mündlichen Prüfung mussten wir in ein paar Sätzen frei darüber sprechen wer wir sind, was wir machen, wie unser Alltag aussieht und was wir bisher in Japan erlebt haben.


Alles in allem ist die Zwischenprüfung gut gelaufen, den schriftliche Test habe ich gut absolviert, der mündliche Test war eher holprig. Ich hätte vorher üben sollen...

Jetzt haben wir 3 Wochen Pause bis der Kurs weitergeht.

Zum Abschluss noch zwei Fotos von Gestern:




(Amerkungen: 1. Es fehlen zwei Studenten. 2. Wir sind ein bunt gemischter Haufen aus Deutschland, China, Vietnam, Thailand, Indien und Bangladesch)
Arbeit
Year-End Party Dienstag, 19.12.2006, 13:54 Uhr
Dieser Tage finden hier einige "Year-End Partys" statt. Das ist das japanische Äquivalent zur deutschen Weihnachtsfeier.

Letzten Freitag war die Feier für "International Students" sowie die Feier von unserer Fachschaft, diesen Freitag ist die Feier vom Ishiguro-Labor, und den Freitag darauf noch die Feier vom Asada-Labor.
Da ich irgendwie zu beiden Laboren gehöre, werde ich wohl auch an beiden Feiern teilnehmen.

Von der Feier der Fachschaft letzten Freitag hat meine liebe Tischnachbarin Watanabe-san ein paar schöne Fotos gesammelt, die ich im Folgenden verarbeiten werde.

Die "Fachschaft" umfasst eine handvoll Labore (ich habe nicht gezählt) die sich alle irgendwie mit Robotern beschäftigen, unter anderem auch "mein" Labor von Asada-sensei und das Labor von Ishiguro-sensei.

Die Feier fand in einem noblen Restaurant im 14. Stock eines Hochhauses hier auf dem Campus statt.
Dem Ambiente entsprechend teuer war auch der Eintritt, 2500 Yen (16 Euro) für eine "Party", die nur zwei Stunden dauert! Warum ich Party in Anführungsstriche gesetzt habe, werde ich nun erläutern:


Es fing erst einmal damit an, dass jeder Professor eine Rede hielt. U.a. auch Asada-sensei, von dem ich (glaube ich) bisher noch kein Foto in meinem Blog hatte:



Wie es scheint ist er z.Z. Vorsitzender der Fachschaft.

Das Publikum:




Dann wurde das Buffet aufgetischt:



(Wer schafft es, mich auf diesem Bild zu entdecken?)


Gäste von der Firma Citizen waren auch vertreten:



Hier zwei Bilder von Studenten:




Der Student ganz links auf dem letzten Bild ist übrigens krass. Wo auch immer ich ihm begegne... er schläft!
In der Vorlesung die ich mit ihm habe sowieso, aber auch auf dieser Party hat er sich alsbald auf einen Stuhl gesetzt und ist ins Land der Träume gedriftet.


Hier ein nettes Bild von Asada-sensei und Ishiguro-sensei:



Ishiguro-sensei trägt übrigens immer schwarz.
Sein Name bedeutet "Schwarzer Stein", vielleicht beeinflusst das ja seine Kleiderwahl.
Oder es liegt daran, dass er ein bisschen exzentrisch ist...


Auf einer japanischen Party darf ein Spiel zur Unterhaltung nicht fehlen. Normalerweise scheint das Bingo zu sein (sehr beliebt), in diesem Falle war es ein Quiz, bei dem die Labore gegeneinander angetreten sind.



Alles verstanden?
Ich auch nicht...

Die Antwort:



Der leicht erschöpft wirkende Mann mit dem knallroten Kopf ist Nakanishi-sensei, der Junior-Chef im Labor von Ishiguro-sensei.
Nakanishi-sensei hatte wohl ein bisschen zu tief ins Glas geschaut.


Wer hat sich solche Schriftzeichen ausgedacht? :




Nach dem Quiz gab es noch eine Siegerehrung. Da die zwei besten Teams gleich viele Punkte hatten, gab es noch eine spannende Runde "Schnick, Schnack, Schnuck" zwischen den Team-Leitern.
Einer der beiden war Nakanishi-sensei, der leider nicht mehr gänzlich auf der Höhe war, und somit den Sieg des Ishiguro-Teams leichtfertig vergab.

Er war richtig niedergeschlagen:




Schnick, Schnack, Schnuck mag bei uns ein Kinderspiel sein, in Japan scheint es eine verbreitete Methode zu sein um Dinge zu entscheiden...


Fazit: Es war eine sehr japanische "Party". Straff durchorganisiert und kurz. Um 20 Uhr war die Show vorbei. Was fängt man mit so einem halb angebrochenen Abend an?
Joschka, Judith, Wolfram und ich haben uns dann für den restlichen Abend in einen nettes Restraurant in Kita-Senri (nahe der Uni) gesetzt...

Lustig ist übrigens der japansiche Name für diese "Year-End Partys":
Die Kanji (chinesischen Schriftzeichen) bedeuten in etwa "Trinken, um das letzte Jahr zu vergessen". Das ist doch mal ein tolles Motto!
Party
Hotaru no Hikari Freitag, 15.12.2006, 05:24 Uhr
Wie in Deutschland auch wird man hier in Japan im Alltag oft mit Musik beschallt. Insbesondere in Geschäften.
Die meisten Melodien kommen einem fremd vor und man hört sie nur ein einziges mal, aber eine Melodie habe ich seit meiner Ankunft immer wieder gehört:

Hotaru no Hikari

Mit der Zeit fiel mir auf, dass dieses Lied scheinbar immer dann gespielt wird, wenn ein Geschäft kurz davor ist zu schliessen.
Eine Art "Rausschmeiß-Melodie".

Auf der IRT Messe vor zwei Wochen wurde dieses Lied ebenfalls kurz vor Schluss gespielt. Bei der Gelegenheit fragte ich einen Japaner nach dem Namen und der Bedeutung dieses Liedes.
Nun, es stellte sich heraus dass es sich um ein Volkslied handelt, dass so ziemlich jeder Japaner kennt (vielleicht vergleichbar mit "Alle meine Entchen" in Deutschland).

Ich finde die Idee einer Rausschmeiße-Melodie sehr gut. So kann man seinen Kunden dezent signalisieren, dass es bald an der Zeit ist zu gehen.

Eine legale, synthetische MIDI-Version dieses Liedes kann man sich hier anhören.
Die Melodie kommt darin gut rüber, aber die Version die man in den Geschäften hört ist eine Instrumental-Version mit viel besserem Klang.
Man benötigt ein Apple Quicktime-Plugin um die Melodie hören zu können.

Ein englischer Artikel über dieses Lied (mit Hintergrundinformationen):
http://www.everything2.com/index.pl?node_id=1009448


Wie wäre es, wenn wir diese "Tradition" nach Deutschland importieren?
Aber welches Lied würde sich in unserem Kulturkreis gut eignen?

"Niemals geht man so ganz" von Trude Herr?
oder doch lieber:
"Alles hat ein Ende (nur die Wurst hat zwei. Jawoll mein Schatz, es ist vorbei!)" von Stephan Remmler?


Gibt es andere Vorschläge?
Kultur
Weihnachtsmarkt Montag, 11.12.2006, 13:42 Uhr
Gestern Abend haben wir dem Deutschen Weihnachtsmarkt einen Besuch abgestattet. Jawohl, hier in Osaka gibt es einen original-deutschen Weihnachtsmarkt!

Und zwar in Umeda, unter dem Sky Building.

Das Sky Building ist ein Hochhaus bestehend aus zwei 180 Meter hohen Türmen und einer Verbindungsplattform dazwischen:




Leider sind die Fotos von dem Abend teilweise etwas verwackelt, das liegt am Nachtaufnahme-Modus meiner Kamera.

Der Eingang:



Insgesamt gab es etwa 20 Verkaufsstände und in der Mitte einen 32 Meter großen Weihnachtsbaum:





Zu dem Tannenbaum sei angemerkt: Er war eckig! D.h. er war nicht echt.


Natürlich gab es auch leckere Würstchen vom Grill:



Quizfrage: Was stimmt mit folgendem Wurstbrötchen nicht?



Richtig! Das Brötchen wurde durch ein halbes, labberiges Weißbrot ersetzt.
Das war KEINE gute Idee...

Habe später einen der deutschen Betreiber auf diesen Fauxpas angesprochen. Er meinte, Brötchen seien in Japan nicht bezahlbar.
Vor zwei Jahren hätten sie extra für den Weihnachtsmarkt einen Bäcker aus Deutschland mitgebracht der die Brötchen dann zu vertretbaren Preisen vor Ort produzieren konnte.

Falls ich es bisher noch nicht erwähnt haben sollte: Brot ist hier grundsätzlich ein heikles Thema. Es gibt hier im Prinzip nur Weißbrot.
Brot mit einer festen Kruste gibt es einfach nicht.

Dem Thema Brot will ich irgendwann mal einen eigenen Eintrag widmen, z.Z. sammele ich noch Beweisfotos...


Ansonsten waren so ziemlich alles abgedeckt, was auf einem typischen deutschen Weihnachtsmarkt nicht fehlen darf:

- Glühwein

- Nippes:



- Gebrannte Mandeln:



- Bratkartoffeln (mit Speck):



- eine Krippe:



- und einen Weihnachtsmann:




Warum hat dieser Weihnachtsmann einen so enormen Bartwuchs und eine dicke Brille?
Um zu kaschieren das er gar nicht der echte Weihnachtsmann ist! Sondern ein Japaner! Betrug!

Fazit:
Der künstliche Tannenbaum, das labberige Weißbrot und der falsche Weihnachtsmann konnten uns den Spaß an diesem Abend nicht nehmen.
Alles in allem war es eine tolle Sache. Nach 2 Monaten Japan befanden wir uns plötzlich in einem deutschen Mikrokosmos.

Den Japanern scheint es auch zu gefallen.

Günstig war es nicht. Was aber auch nicht verwundert, wenn man weiß dass die Budenbesitzer jedes Jahr für 1-2 Monate aus Deutschland nach Japan kommen. Die Hütten, inklusive eines Kinderkarussells (!) werden in Containern verschifft.
Freizeit
Marvin Minsky Mittwoch, 06.12.2006, 12:51 Uhr
Gestern bin ich mit ein paar Leuten aus unserem Labor nach Kyoto gefahren, um einen Vortrag von Marvin Minsky zu hören.


Wer ist Marvin Minsky?

Minsky ist eine der berühmtesten Persönlichkeiten in der KI-Forschung. (KI = Künstliche Intelligenz)

Geboren 1927, war er in den 50er Jahren einer der Begründer der KI-Forschung. Er war einer der 10 Teilnehmer an der Darthmouth Konferenz (engl.) im Jahre 1956.
Bei diesem einmonatigen Treffen am Dartmouth College (USA) wurde die KI-Forschung begründet und der Begriff "Künstliche Intelligenz" geprägt (engl. "artificial intelligence").

Später war er Mitbegründer der KI-Forschungsabteilung am berühmten Massachusetts Institute of Technology (kurz MIT).



Zu seinem Vortrag:





Minsky erläuterte in dem Vortrag die Ansichten, die er in seinem neuen Buch The Emotion Machine vertritt.
Einen Entwurf des Buches kann man auf seiner Website kostenlos herunterladen.


Der heilige Gral der (starken-) KI-Forschung ist ein Computerprogramm, dass ein eigenes Bewusstsein hat und selbstständig sein Wissen erweitern kann (also z.B. selbst Bücher lesen und verstehen kann).

Minsky vertrat in seinem Vortrag die Ansicht, dass fast alle aktuellen Forschungsansätze in der KI-Forschung zum erreichen dieses heiligen Grals ungeeignet seien.

Grob zusammengefast sagte er:

Neuronale Netze, statistische Verfahren, genetische Algorithmen, etc. sind allesamt unzureichend.
Statdessen sollten viel mehr Forscher an "Common sense networks" forschen.
Die KI Forschung ist für ihn seit den 70iger Jahren in einer Sackgasse.

Wer sich für seine Begründungen interessiert, dem empfehle ich sein Buch zu lesen. Dies hier zu behandeln würde den Rahmen des Blogs sprengen.


Besonders scharf kritisierte er übrigens die Robotik:

Die Robotik ist seiner Meinug nach eine der größten Zeitverschwendungen überhaupt. Insbesondere der Roboterfussball!

Es gibt viele Leute, die die Meinung vertreten, eine Künstliche Intelligenz müsse, um ein Bewusstsein zu erreichen, eine Verkörperung haben.
Also eine künstliche Intelligenz die einen Roboter steuert, mit dem sie dann, im wahrsten Sinne des Wortes, die Welt "begreifen" kann.
(Es gibt Forschungsgruppen, die versuchen "Baby Roboter" zu entwickeln, die sich wie Kleinkinder verhalten.)

Minsky meint, um eine künstliche Intelligenz die Welt begreifen zu lassen wäre es aber viel effizienter, sie dies in einer Simulation tun zu lassen.
(Eine Art virtuelles Baby in einem virtuellen Sandkasten.)

Denn die meisten Roboter wären 50% der Zeit defekt. Ständig müssten sie repariert werden, aus der ganzen Robotik sei noch keine einzige gute Doktorarbeit hervorgegangen.

Zu seiner Kritik muss man anmerken, das er die Robotik anscheinend nur als ein Hilfsmittel der KI-Forschung begreift.


Fazit:
Der Vortrag war unterhaltsam, aber ziemlich pauschal und unwissenschaftlich. Minsky zog viele amüsante Parallelen und hatte einige Anekdoten zu erzählen.
Er wunderte sich darüber, das die Computerwelt zu Unix, einem fast 40 Jahre alten, und seiner Meinung nach schlechten, Betriebssystem zurückkehrt, er beschwerte sich über sein Apple Notebook, über Microsoft, über Microsoft Office, über Powerpoint und noch einiges mehr.

Mit seinen jetzt 79 Jahren wirkte er ein bisschen wie ein besserwisserischer, alter Mann der noch mal zum pauschalen Rundumschlag ausholt.
Arbeit
Tako-Yaki Mittwoch, 06.12.2006, 12:20 Uhr
Samstag Abend gab es eine kleine Feier im Labor von Prof. Hosoda.
Dort wird hauptsächlich daran geforscht, Robotern das laufen beizubringen.
Normalerweise ist es in diesem Labor ziemlich chaotisch und überfüllt, aber am Samstag wurde eine Art großangelegter Frühjahrsputz gemacht, was dann Abends gefeiert werden musste.

Der größte Raum des Hosoda-Labors nach dem aufräumen:



(Vorher sah es viel schlimmer aus.)


Bei dieser Feier habe ich gelernt, wie man Tako-yaki zubereitet.

Tako-yaki sind eine Spezialität aus Osaka, kleine (etwa Walnuss-große) Teigbällchen mit einem kleinen Stück Oktopus-Arm innen drin.

Man gibt den Teig (bestehend aus Mehl, Ei und Wasser), dessen Konsistenz derer von Pfannkuchenteig ähnelt, in solche Formen:



Die Kunst am Tayo-naki zubereiten ist es, mit Zahnstochern die Teigbällchen während des Erhitzens in der Form zu drehen, damit sie gleichmäßig braun werden. Der Teig ist aber anfangs ziemlich flüssig-klebrig, und brennt sich in die Form ein wenn man nicht aufpasst.




Fast fertig:




Das Ergebnis:




Statt Oktopus kann man die Bällchen auch mit anderen Köstlichkeiten füllen, wie z.B. Käsewürfeln.
Essen
IRT Mittwoch, 06.12.2006, 11:18 Uhr
Von Donnerstag bis Samstag war hier in Osaka eine Robotik-Messe (IRT), auf der auch unser Eco-Be! Team einen Stand hatte:






Der Androide "Repliee Q2" aus Professor Ishiguros Labor war auch vertreten:




Es musste übrigens stets eine weibliche Mitarbeiterin in der Nähe des Androiden bleiben, falls er mal angefasst werden muss.
Es wurde nämlich befürchtet, es könnte bei den Besuchern der Messe anzügliche Assoziationen geben, wenn ein männlicher Mitarbeiter des Labors diesen "weiblichen" Androiden anfasst...
(Japan ist in gewisser Hinsicht ziemlich prüde und verklemmt.)

Donnerstag und Freitag war die Messe nur für Fachpublikum geöffnet, Samstag kam dann der große Besucheransturm.

Wir hatten die Eco-Be's so konfiguriert, dass sie nicht von Programmen gesteuert Fußball spielten, sondern mit GamePads ferngesteuert werden konnten.
Dieser Spielmodus erfreute sich größter Beliebtheit bei den jüngeren Besuchern der Messe, dementsprechend war unser Stand eigentlich immer voll mit Kindern im Grundschulalter die begeistert gegeneinander spielten.

Schräg gegenüber von uns war der Stand der Firma Citizen, die das große Interesse der Kleinen an den Eco-Be's mit Wohlwollen verfolgten.
Wie schon einmal erwähnt: Citizen würde aus den Eco-Be's eines Tages gerne ein Kinderspielzeug machen, daher konnten die Eltern auch einen Fragebogen ausfüllen, ob sie sich vorstellen könnten ein solches Produkt zu kaufen.

Am Stand von Citizen konnte man dann unter anderem auch die Prototypen der neuesten Eco-Be! Generation bewundern:



Äußerlich hat sich kaum etwas geändert. Der größte Unterschied ist, dass sie jetzt mit einem Akku betrieben werden statt mit Einweg-Knopfzellen.
Arbeit